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Politik tut sich schwer mit Hilfszusagen

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Beim Geld hört die Freundschaft auf - das gilt derzeit selbst für die Alemannia-Fans unter den Politikern.

Sie tun sich vernehmbar schwer mit der Bitte um Unterstützung, die führende Vereinskräfte am vergangenen Donnerstag im engeren Kreis von Verwaltungs- und Fraktionsspitzen an die Stadt herangetragen haben.

Ob und in welcher Form die Stadt der angeschlagenen Alemannia-GmbH unter die Arme greifen wird, ist weiterhin offen. Die Vorbehalte scheinen in allen Fraktionen groß zu sein.

„Keine Leistung ohne Gegenleistung”, unterstrich nochmals CDU-Fraktionschef Harald Baal, der sich ansonsten aber ebenso wenig zu Details äußern will wie seine Ratskollegen von SPD, Grünen und FDP. Unzufrieden äußern sie sich insbesondere über die Informationspolitik von Alemannia Aachen. „Die sollen Zahlen vorlegen und Auskunft über ihre wirtschaftliche Lage geben”, lautet eine Forderung. Es reiche nicht, lediglich die Bedeutung des Vereins für die Stadt herauszuheben und moralischen Druck auf die Politik auszuüben.

Der Klärungsbedarf ist groß

„Es sind noch viel zu viele Fragen offen”, sagt FDP-Fraktionsgeschäftsführerin Sigrid Moselage. Darauf verweisen auch die Kollegen Claus Haase (SPD) und Helmut Ludwig (Grüne). Niemand könne abschätzen, welche Folgen es habe, wenn die Stadt Alemannia nicht helfen würde. Droht der Konkurs? Dies wird bislang allseits bestritten.

Klar aber ist, dass die Fertigstellung wichtiger Vorhaben im Umfeld des neuen Tivolis gefährdet ist. Insbesondere geht es um das Nachwuchszentrum, das Amateurstadion, Trainingsplätze und die Geschäftsstelle. Der Alemannia fehlen Millionenbeträge - unter anderem weil angesichts des Tabellenplatzes die Einnahmen aus den Fernsehgeldern hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Vorerst wurde die Kämmerin Annekathrin Grehling beauftragt, mögliche Hilfeleistungen zu prüfen. Dabei geht es im wesentlichen um zwei Varianten: Die Finanzierung über Erträge aus städtischen Stiftungen oder direkt über den städtischen Etat. In beiden Fällen müsste die Alemannia anschließend Flächen und Gebäude anmieten. Die Kämmerin soll unter anderem prüfen, ob die verschuldete Stadt auf diese Weise endgültig wieder einen anzeigepflichtigen Haushalt hätte. Das Veto des Regierungspräsidenten dürfte dann nicht lange auf sich warten lassen.

Erhebliche Zweifel hegen die Politiker aber auch daran, ob die Alemannia überhaupt zahlungskräftig genug ist, die später fälligen Mieten aufzubringen. So hat sie schon jetzt unter anderem beträchtliche Mietrückstände bei der städtischen Parkhausgesellschaft Apag.

„Zuschüsse aus Haushaltsmitteln wird es nicht geben”, verlautete aus Kreisen der schwarz-grünen Mehrheitsfraktionen. Dies schon deshalb nicht, weil man den Bürgern kaum Einsparungen im Sozial- oder Jugendbereich erklären könne, wenn man zugleich das Wirtschaftsunternehmen Alemannia unterstütze.

So bleiben die meisten Politiker distanziert. Sie erwarten von dem Bundesliga-Club mehr Einsatz, sich selbst zu helfen, und bringen auch eine Kürzung der Spielergehälter ins Gespräch.

Kommende Woche wollen Politik, Verwaltung und Alemannia wieder zusammenkommen und beraten. Bis dahin sollen Hilfskonzepte durchgerechnet sein und genauere Zahlen vorliegen. Hilfszusagen aber wird es auch dann noch nicht geben.
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