Aachen - Politik streitet über Pläne für Suermondt-Ludwig-Museum

Politik streitet über Pläne für Suermondt-Ludwig-Museum

Von: Martina Rippholz
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Durch die Kutscheneinfahrt ins Suermondt-Ludwig-Museum: Der Eingangsbereich gefällt den Kulturpolitikern schon seit langem nicht mehr. Ihre Kritik: Der Eingang zum Museum sei leicht zu übersehen, für Kasse, Garderobe und Museumsshop reiche der Platz nicht und Essensgerüche aus der benachbarten Bar Museo störten das Ambiente. Foto: Harald Krömer

Aachen. Zu dunkel, zu muffig, zu empfindlich: So lassen sich die Kritikpunkte am Eingangsbereich des Suermondt-Ludwig-Museums zusammenfassen, die Politik und Verwaltung seit geraumer Zeit umtreiben. Der Eingang zum Museum sei leicht zu übersehen, heißt es, Essensgerüche würden zuweilen das Museumserlebnis beeinträchtigen, Garderobe, Kasse und Museumsshop hätten zu wenig Platz.

Bereits im September hat der Betriebsausschuss Kultur die Verwaltung aufgefordert, sich Gedanken über ein neues Raumkonzept zu machen. Der nun vorliegende Entwurf des Gebäudemanagements ist heute Thema im Ausschuss.

Keine Partys mehr

Diesen Plänen zufolge sollen Garderobe, Kasse und Museumsshop in die Bar Museo verlagert werden. Die Gastronomie wiederum soll auf ein kleineres Bistro ohne warme Küche reduziert werden.

Die historische Kutscheneinfahrt soll weiterhin Hauptzugang zum Museum bleiben. Gedacht ist allerdings an eine dauerhafte Beleuchtung, um den Blick auf das Gebäude zu lenken. Und: Der Raum soll - aus Denkmalschutzgründen - nicht mehr für Partys, sondern nur noch für „gehobene Feierlichkeiten” genutzt werden.

Die derzeitige Theke der Bar Museo soll entfernt und durch eine neue ovale Bistro- und Museumstheke ersetzt werden. Dort ist nach vorliegenden Plänen unter anderem der Verkauf von Tickets und Shop-Artikeln vorgesehen.

„Bei diesen Ideen handelt sich um einen Entwurf”, erklärt Irit Tirtey, stellvertretende Leiterin des Kulturbetriebs. „Von Verwaltungsseite gibt es sehr positive Signale. Doch das Ganze ist auch eine Kostenfrage. Und da muss nun die Politik entscheiden.”

295.000 Euro hat das Gebäudemanagement der Stadt für den Umbau veranschlagt. Nur 120.000 Euro konnten bislang zurückgestellt werden. Das heißt: Noch fehlen 175.000 Euro, die nun zusätzlich eingeworben werden müssten.

„Das ist viel zu teuer und nicht einzusehen”, winkt Hermann Josef Pilgram, finanzpolitischer Sprecher der Grünen, ab. „Und die inhaltliche Planung ist ein Affront. Die Gaststätte kann so nicht betriebsfähig bleiben. Damit ist eine Existenz gefährdet.” Pilgram spricht von Frank Schneider, dem Pächter der Bar Museo. Er beschäftigt etwa 15 Kräfte. Eine weitere Zusammenarbeit mit der Stadt in Sachen Gastronomie ist ihm wichtig. „Und die Verwaltung hat mir glaubwürdig versichert, dass wir weiter kooperieren”, sagt er. Dafür ist Schneider auch bereit, auf Partys zu verzichten und warme Speisen zukünftig anliefern zu lassen.

Andere Details der Vorlage machen ihm allerdings Sorgen. Die Verkleinerung der Bar durch Shop und Kasse sowie die Theke zum Beispiel. „Der Zugang zu mir wird erschwert. Und größere Gesellschaften sind ohne eine entsprechende Theke kaum zu bewirten.” Die gastronomische Grundausstattung müsse erhalten bleiben, so Pächter Schneider.

Grüne: „Stimmen nicht zu”

Für Sibylle Reuß, kulturpolitische Sprecherin der SPD, ist das alles eine Frage der Organisation. „Die Vorlage folgt dem Beschluss im September”, sagt sie. „Wir haben Kompromisse geschlossen.” Die Existenz des Pächters sieht sie nicht gefährdet. Positiv äußert sich auch Margarethe Schmeer (CDU), Vorsitzende des Kulturausschusses, zur Verwaltungsvorlage: „Ich finde, dass die Vorgaben des Ausschusses gut umgesetzt wurden. Der Eingangsbereich erhält so eine funktionale und optische Aufwertung.”

Bei Rot und Schwarz scheint die Ampel also auf Grün zu stehen, was die weitere Umbauplanung im Suermondt-Ludwig-Museum angeht. Pilgram kündigt für die Grünen hingegen an: „Wir werden dem nicht zustimmen.”
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