Polit-Prominenz drängt es nach Aachen

Von: Gerald Eimer
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Aachen. Während bei den meisten Aachenern die Vorfreude auf die großen Ferien wächst, laufen bei den Parteien die Vorbereitungen auf den Wahlkampf an. In neuneinhalb Wochen wird der neue Bundestag gewählt – und drei Aachener haben gute Aussichten, erneut in Berlin mitmischen zu können: Rudolf Henke (CDU), Ulla Schmidt (SPD) und Andrej Hunko (Linke).

Die beiden Letzteren werden aller Voraussicht nach auch über die Liste den Einzug in den Bundestag schaffen, Rudolf Henke hingegen ist auf eine Mehrheit bei den Aachenern angewiesen. Sollte es ihm nicht wie vor vier Jahren gelingen, Ulla Schmidt als stärkste Gegenkandidatin beim Wahlgang am 22. September hinter sich zu lassen, würde er nicht mehr im nächsten Bundestag vertreten sein.

Zehn Direktkandidaten

Die Frage lautet zudem, wieviele Stimmen die anderen Aachener Direktkandidaten abgreifen, die auf viele Erststimmen hoffen, sich aber kaum ernsthafte Chancen ausrechnen können. Insgesamt wollen laut Wahlamt zehn Kandidaten in Aachen antreten: Neben Henke, Schmidt und Hunko sind dies Andreas Mittelstädt (Grüne), Birgit Haveneth (FDP), Marc Salgert (Piraten), Uwe Bahmann (Alternative für Deutschland), Felix Van der Lee (NPD), Heinrich Pesch (Freie Wähler) und Christopher Wenzel (Die Partei). Ob am Ende tatsächlich alle Namen auf dem Wahlzettel auftauchen werden, legt der Kreiswahlausschuss Ende nächster Woche fest.

Derweil ist bereits abzusehen, welche Polit-Promis in den nächsten Wochen den Weg in den Westzipfel finden. Auf die Kanzlerin werden die Aachener diesmal vergeblich warten, wie sich überhaupt die CDU-Spitze rarmacht. „Diesmal sind die anderen dran“, sagt Henke, der auf prominente Hilfe weitgehend verzichten muss. Einzig der Fraktionsvorsitzende Volker Kauder hat sich für den 5. August angesagt. Geplant sei mit ihm eine Veranstaltung für geladene Gäste. Darüber hinaus gebe es viele kleinere „thematische Veranstaltungen“. Und natürlich kämpft auch CDU-Landeschef Armin Laschet an Henkes Seite. Zugkräftige Open-Air-Veranstaltungen auf Markt oder Katschhof sind nicht geplant. „Diesmal wird es etwas preiswerter“, so Henke. Im Stich gelassen fühlt er sich eigenen Angaben zufolge nicht: „Es ist ja die Frage, ob man so eine größere Mobilisierung hinkriegt.“

Gleichwohl kann sich Ulla Schmidt auf eine deutlich größere Rückendeckung freuen: Mit Sigmar Gabriel, Peer Steinbrück, Hannelore Kraft und Gerhard Schröder stehen echte sozialdemokratische Schwergewichte auf dem Terminplan – und gleich zwei Mal soll es nach Möglichkeit auch richtig eng werden auf dem Markt. Am 24. August soll dort eine Zentralkundgebung mit Gabriel stattfinden, am 14. September ist zudem eine 150-Jahrfeier mit Steinbrück und Kraft geplant. Wegen des September-Specials steht hinter dieser Marktkundgebung jedoch noch ein Fragezeichen. Altkanzler Schröder soll am 5. September an einem „Industriegespräch“ teilnehmen. Ferner sind noch Auftritte von Ex-Justizministerin Brigitte Zypries (25. Juli) und der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (26. August) eingeplant.

Mindestens einmal wollen auch die Grünen den Markt vollkriegen: Für den 17. September hat sich dort die einstige NRW-Ministerin Bärbel Höhn angesagt. Noch in den Ferien – am 22. August – wird zudem Spitzenkandidat Jürgen Trittin erwartet. Ob er wie erhofft im Hof sprechen wird, ist zurzeit noch offen. Als weiterer prominenter grüner Wahlkämpfer wird Volker Beck am 13. September am alten Brander Bahnhof erwartet.

Gleich zwei Minister wollen den Wahlkampf der Aachener Liberalen aufpeppen. Außenminister Guido Westerwelle ist für den 19. September gebucht. Gemeinsam mit FDP-Landeschef Christian Lindner wird er Open-Air in der Innenstadt auftreten, der genaue Ort ist noch offen. Gesundheitsminister Daniel Bahr plant zudem einen Besuch im Uniklinikum.

Und auch die Linken wollen nicht ganz auf Prominenz verzichten. Einmalmehr hat Sahra Wagenknecht ihr Kommen zugesagt: Am 7. September am Elisenbrunnen.

Wirklich sichtbar wird der Wahlkampf in der Stadt ab 11. August werden, denn ab dann darf auch plakatiert werden. Die Wahlbenachrichtigungen an die etwa 179 000 wahlberechtigten Aachener sollen ab 23. August verschickt werden. Aachener, die ins Ausland gezogen sind, können sich bis 1. September auf Antrag beim Aachener Wahlamt, Peterstraße 17, ins Wählerverzeichnis eintragen lassen.

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