Platz für freien Flusslauf: Am Haarbach werden Bäume gefällt

Von: Gerald Eimer
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Baumfällarbeiten an der Kläranlage Eilendorf: Dort soll sich der Haarbach bald wieder sein Bachbett selber suchen dürfen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Bis sich der Haarbach zwischen Eilendorf und Haaren wieder frei durch die Felder schlängeln darf, werden noch einige Monate vergehen. Doch die Vorbereitungen für die seit langem geplante naturnahe Umgestaltung im Bereich der Kläranlage Eilendorf laufen bereits auf Hochtouren: es wird abgeholzt.

Eine Weißdornhecke und mehrere Obstbäume sind bereits verschwunden, und nicht jeder Spaziergänger hat Verständnis dafür. Einige fragen empört, ob das Abholzen nicht ein Widerspruch zur Renaturierung ist. Ist es nicht, versichert Marcus Seiler, Sprecher des für die Arbeiten verantwortlichen Wasserverbands Eifel-Rur.

Denn um dem Haarbach mehr Platz zu geben, damit er wieder mäandrieren und seinen Weg verändern kann, müssen auf rund 400 Meter Länge gut 200 Bäume verschwinden und das gesamte Gelände um bis zu vier Meter abgesenkt werden. „Obstbäume haben sicherlich auch einen hohen Wert“, sagt Seiler, nach Abschluss der Renaturierungsarbeiten stehe aber am Ende „in der Summe ein noch höherer Wert“.

Denn der in dem Teilstück begradigte Bach gilt als „ökologisch verarmt“. So finden viele Tiere in den schnell abfließenden Gewässern keine Ruhenischen mehr oder können nicht wandern und verlieren Lebensraum. Der soll ihnen nun zurückgegeben werden, zugleich dient die umgestaltete Bachaue künftig dem Hochwasserschutz.

Neuer Naherholungsbereich

Bis Ende Februar müssen die Fällarbeiten erledigt sein, da dann die Brutzeit beginnt. Für die gefällten Bäume werden Ersatzpflanzungen vorgenommen, sagt Seiler. Und auch der dortige Wanderweg, beliebt nicht zuletzt bei vielen Hundehaltern aus Haaren und Eilendorf, wird neu angelegt. Das Gelände wird für die Naherholung insgesamt aufgewertet, ist der Wasserverband Eifel-Rur überzeugt.

Auch am Nirmer Platz soll der Haarbach aus seinem Betonbett geholt werden und künftig durch die dortige Wiese mäandrieren dürfen. Alles in allem sind für die beiden Abschnitte Kosten von rund 1,26 Millionen Euro veranschlagt. Den Großteil übernimmt das Land.

Der Wasserverband leistet damit einen Beitrag zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie, durch die bis 2027 europaweit die Gewässer wieder in einen naturnahen und guten Zustand versetzt werden sollen. „Dies geschieht durch viele punktuelle Maßnahmen und natürlich nur da, wo es möglich ist“, sagt Seiler. Schließlich könne man nicht die halbe Stadt abreißen, um etwa die Wurm wieder zu renaturieren.

Bis Ende des Jahres soll der grob vormodellierte neue Bachlauf des Haarbachs fertig sein. Weitere Pläne existieren bereits für den Wildbach in der Soers, wo Staustufen und Wehre verschwinden sollen, und für die Renaturierung des Amstelbachs in Richterich.

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