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Piraten machen Politik am Stammtisch

Von: Jan Mönch
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Wollen einen transparenten Staat: Kai Baumann, Thomas Göttgens, Felix Bosseler und Udo Pütz (v.l.) von der Aachener Piratenpartei. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Im zurückliegenden „Superwahljahr” wurden die Piraten weitestgehend auf Computer und computerverwandte Themen reduziert, oft auch von sich selbst. Stets wurde jedoch angekündigt, sich nach und nach auch in andere politikrelevante Gebiete einzuarbeiten.

In diesem Punkt jedenfalls haben die Piraten Wort gehalten - und freuen sich im Vorfeld der Landtagswahl über Interessierte, die ihren Stammtisch besuchen. Er findet an jedem zweiten Dienstagabend des Monats im Restaurant Stadtkrone (Pontstraße 50) statt. Ab 19.30 Uhr bietet sich dann die Gelegenheit, mit den vier regionalen Direktkandidaten der Partei ins Gespräch zu kommen. Es sind Felix Bosseler, Kai Baumann, Thomas Göttgens und Udo Pütz.

„Wir wollen nach wie vor nicht jedes Thema auf Biegen und Brechen besetzen”, sagt Thomas Göttgens - ins Wahlprogramm „geschafft” haben es jedoch Themen wie Bildung, Umwelt und Verkehr. Auch den Verbraucherschutz haben die Orangen für sich entdeckt, was wegen der Überschneidungen mit dem Thema Datensicherheit im IT-Zeitalter nicht überrascht.

Die vier Kandidaten geben zu, dass das gewaltige Medienecho, das die Partei im vergangenen Jahr erfuhr, sich relativiert hat. Überdies gibt es laut Felix Bosseler im gesamten Landesverband „keinen einzigen hauptamtlichen Mitarbeiter” - soll heißen: Der Wahlkampf wird in der Freizeit ausgefochten. Dennoch sei die Resonanz an den Infoständen ausgesprochen positiv.

Neben konkreten Inhalten versuchen die Freibeuter zu vermitteln, dass sie auf ein neues Verständnis von Demokratie aus sind. Ihr Ziel sei ein „transparenter Staat anstelle eines gläsernen Bürgers” (Göttgens). Kai Baumann: „Wir wollen mehr Mitbestimmung. Dafür sind gut geschulte, gut informierte Bürger wichtig.” Während immer wieder Entscheidungen am demokratischen Prozess vorbei getroffen würden, komme der Frage, wer welche Interessen verfolgt, immer größere Bedeutung zu.

So sind denn auch kurz und knapp kredenzte Slogans nicht die Sache der Piratenpartei. Lieber sollen komplizierte Fragen rund um Bildung, Verkehr oder Onlinerecht eingehend besprochen werden - sei es am Stammtisch oder am Infostand.

Kai Baumann stellt fest: „Uns ist es lieber, wenn ein Wähler etwas nicht versteht, als wenn er es falsch versteht. Denn dann wird er nachfragen. Und das ist das Beste, was passieren kann.”
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