Aachen - Photovoltaikanlage auf dem Verwaltungsgebäude Hackländerstraße

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Photovoltaikanlage auf dem Verwaltungsgebäude Hackländerstraße

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
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Auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes an der Hackländerstraße hat die Stadt nun ihre erste eigene Photovoltaikanlage installieren lassen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Trotz widriger Bedingungen und ungünstiger Gesetzeslage auf Bundesebene hat die Stadt Aachen den Schritt gewagt. Sie hat ihre erste eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes an der Hackländerstraße am Bahnhof in Betrieb genommen.

Das Besondere dabei: Der Strom wird nicht ins Netz gespeist, sondern vom Verwaltungsgebäude selbst verbraucht. Das kann so zehn Prozent seines Bedarfs decken. Außerdem hat die Anlage eine Ost-West-Ausrichtung. Auch das ist ungewöhnlich.

Damit erreiche man zwar nicht die Spitzen wie bei einer südlichen Ausrichtung, dafür erhöhe sich aber das zeitliche Spektrum der Stromerzeugung, meinen die Verantwortlichen. Sie sind davon überzeugt, dass sich Photovoltaikanlagen auch heute noch für den privaten Nutzer lohnen.

Die goldenen Zeiten sind dabei längst vorbei. In der Vergangenheit wurde die Erzeugung von Solarstrom vom Bund gefördert. Umweltdezernentin Gisela Nacken erinnert an Zeiten, in denen zwei Deutsche Mark für die Kilowattstunde gezahlt wurden. Davon können heutige Anlagenbesitzer nur träumen. Doch selbst bei einem Preis von 13 Cent pro Kilowattstunde könne eine Anlage auch heute noch rentabel sein, meint Eduard Arbach, zuständiger Projektleiter im Gebäudemanagement.

Und so soll sich auch die Solaranlage auf dem Verwaltungsgebäude innerhalb von zehn Jahren amortisiert haben. Die Anschaffungskosten liegen bei 38.000 Euro. Bei einer jährlichen Energiekostenersparnis von 3700 Euro würde das tatsächlich gelingen, rechnen die Verantwortlichen vor. Laut Gisela Nacken war Aachen einer der Vorreiter in Sachen Energiewende. „In Aachen hat Photovoltaik eine lange Tradition“, sagt sie. Und auch wenn die Vergütung des Solarstroms heute unter dem allgemeinen Strompreis liege, könne sich eine Anlage für Privatpersonen lohnen, wenn sie den erzeugten Strom selbst verbrauchen und nicht ins Netz einspeisen.

Die Stadt selbst hat ihre Dächer in der Vergangenheit an Investoren verpachtet, die ihrerseits Solaranlagen installierten. Heute sind es laut Klaus Schavan, Technischer Leiter des Gebäudemanagements, insgesamt 55 Anlagen, die 1,5 Millionen Kilowatt Strom erzeugen. Damit können 380 Vier-Personen-Haushalte versorgt werden.

Seit einigen Jahren aber gehe es bergab mit den Investitionen, sagt Schavan. Die Stadt ergriff deshalb selbst die Initiative und investierte das Geld, das sie durch die Pachtverträge eingenommen hat, in die Anlage auf dem Verwaltungsgebäude Hackländer Straße.

Und man hofft, mit dieser Strategie auch private Nachahmer zu finden.

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