Pflegeberuf soll interessant gehalten werden

Von: hnm
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Die Organisatoren stellen das Programm der Gesundheitsfachberufe­messe am kommenden Wochenende am Tivoli vor. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Am Freitag und Samstag, 5. und 6. Juli, dreht sich auf dem Tivoli alles um das Thema Pflege. Die Gesundheitsfachberufemesse und das Pflegeforum sollen mit Workshops, Podiumsdiskussionen sowie einem Berufsparcours neue Auszubildende für diese Sparte interessieren – und Menschen, die schon in Pflegeberufen arbeiten, Möglichkeiten der Weiterbildung eröffnen.

„Wir möchten den Pflegeberuf interessant halten“ sagt Helga Gessenich vom Amt für Altenarbeit der Städteregion Aachen: „Es ist nicht nur waschen, wickeln, füttern, sondern eine ganze Menge mehr, was diesen Beruf ausmacht.“ Ein großes Problem sei, dass viele Fachkräfte in andere Sparten abwandern, statt sich innerhalb der Pflege weiter zu qualifizieren. Und das große Schreckgespenst heiße „demographischer Wandel“. In Zukunft wird es viel mehr Pflegebedürftige geben – bei immer weniger jungen Menschen.

Die Branche wirbt um Auszubildende, um dem Fachkräftemangel entgegen zu treten. Aber diese Strategie hat gleich mehrere Haken. Zum einen ist die Ausbildung nicht sehr variabel. „Die Ausdifferenzierung, ist im europäischen Ausland besser, von einer sogar nur einjährigen Ausbildung bis hin zum Studium“, sagt Jochen Vennekate von der Bildungsakademie Luisenhospital. In Deutschland sind dagegen oft mehr Ausbildungswillige als Ausbildungsplätze vorhanden, klagt Marion Pöppinghaus vom Fachseminar für Altenpflege. Ihr Haus hat die Zahl der Ausbildungsplätze in den letzten Jahren zwar um ein Drittel aufgestockt – aber es sind immer noch zu wenig.

„Wir sind von Landesmitteln abhängig“, benennt Pöppinghaus das Dilemma. Diese Kluft zwischen benötigtem Fachpersonal und wenigen Ausbildungsplätzen können auch die privaten Initiativen nicht schließen – wenngleich die einzelnen Träger sich auch immer mehr in der Ausbildung engagieren. „Vor zwei Jahren hatten wir einen Ausbildungsplatz – jetzt sind es drei“ schildert Johannes Krückel von der Haus Anna Seniorenpflegeheim GmbH und plädiert für eine bessere Ausbildungskultur. Außerdem bietet das Haus Anna auch Praktikumsplätze, in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Altenpflege und dem Alexianer-Krankenhaus. Für diejenigen, die zum Beispiel nach der Pflegeberufefachmesse „echte“ Pflegeheimluft schnuppern und den Beruf für sich austesten müssen.

Eintritt frei

Die Messe selbst steht am 5. Juli von 9 bis 17.30 Uhr allen Interessierten offen, der Eintritt ist frei. Für sämtliche Workshops und Diskussionen im Pflegeforum am 6. Juli ist eine Anmeldung unter www.aachen.de/Gesundheitsfachberufemesse nötig.

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