Pfarrgemeinderat St. Severin appelliert an die Ratsmitglieder

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Aachen. Wenige Tage vor der - neuerlichen - Entscheidung im Stadtrat wendet sich auch der Pfarrgemeinderat von St. Severin in Eilendorf gegen die Zulassung verkaufsoffener Sonntag in Aachen.

In der Begründung heißt es unter anderem, seit Jahrhunderten sei der Sonntag „als allen gemeinsamer Tag der Ruhe Teil unserer Kultur”, er diene nicht allein der Erholung, sondern auch dem Innehalten.

Der Rat hatte vor kurzem mit hauchdünner Mehrheit die Liste des MAC mit insgesamt 17 offenen Sonntagen (davon vier vier im Stadtzentrum) abgelehnt. Mittlerweile hat die Vertretung der Einzelhändler eine um vier Termine abgespeckte Version präsentiert, die in der Ratssitzung am kommenden Mittwoch wieder zur Abstimmung steht. Der Ausgang ist ungewiss, die Fraktionen haben ihren Mitgliedern die Entscheidung freigestellt.

In einem Schreiben an die Ratsvertreter begrüßt der Pfarrgemeinderat ausdrücklich den alten Beschluss und bedankt sich insbesondere bei jenen Kommunalpolitikern, die ihr Abstimmungsverhalten „öffentlich mit ihrer christlichen Überzeugung begründet haben”. Weiter heißt es:

„Wir wundern uns sehr über die nach der Entscheidung ausgebrochene Diskussion. Mächtige Interessenvertreter arbeiteten offen darauf hin, den Ratsbeschluss zu kippen und eine andere Entscheidung zu erzwingen. Unsere Haltung ist unverändert” - auch jenseits des christlichen Glaubens stelle der Sonntag eine „unverzichtbare Notwendigkeit” dar, für alle Menschen.

Neben einer Aushöhlung der Feiertagskultur befürchtet der Pfarrgemeinderat, dass der Sonntag langfristig als normaler, siebter Arbeitstag etabliert werden soll. In dem Brief an die Ratsmitglieder heißt es zum Schluss: „Seit Ausbruch der Weltfinanzkrise hören die Menschen immer wieder: Die Ökonomie darf nicht unser ganzes Leben beherrschen. Wir möchten ein Christuswort hinzufügen: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Wir lehnen für unsere Stadtteile Eilendorf und Rothe Erde verkaufsoffene Sonntage ab. Wir fordern die Verantwortlichen auf, ihre mutige und richtige Entscheidung nicht zurückzunehmen.”
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