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Pfarrer Schornstein ist „Ansprechbar“, sogar im Klömpchensklub

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Offenes Ohr im Klömpchensklub: Hans-Georg Schornstein (r) mit AL AIX. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Er war die Neuheit im Klömpchensklub, für die meisten weder zu übersehen noch zu umgehen: Breit grinsend und mit durchweg freundlicher, positiver Ausstrahlung begrüßte der Mann fast jeden, der die Fan-Kneipe am Tivoli betrat. Wer er war? Sein Namensschild brachte Licht ins Dunkel: „Hallo, mein Name ist Hans-Georg Schornstein. Ich bin ansprechbar.“

Zum ersten Mal suchte Schornstein, katholischer Priester und Supervisor, im Tivoli das Gespräch mit Menschen, völlig unabhängig von Konfessionen oder Religionen.

„Die Kirche sollte sich an allen Orten zeigen“, erklärte Schornstein die Intention des Projekts des Bistums Aachen. Aber Kirche und Fußball – passt das zusammen? Die Premiere des Gesprächsangebots ließe vermutlich auf ein „Jein“ schließen.

Denn rund zwei Stunden lang zeigte sich der Pfarrer offen für Dialoge, genutzt wurde das Angebot aber kaum. „Es braucht noch gewisse Zeit und Ausdauer. Kontinuität eben“, meinte Schornstein. Bevor Leute über ihre Probleme sprechen, muss erst einmal Vertrauen aufgebaut werden, so der Pfarrer. „Und das entwickelt sich, indem ich kontinuierlich hier bin.“

Wenigstens eine Person, ein alter Bekannter im Klömpchensklub, zögerte nicht und suchte gleich das Gespräch: AL-AIX, das schwarz-gelbe Maskottchen der Alemannia. Auch wenn das Gespräch mehr der Unterhaltung und weniger der Seelsorge diente. „Es müssen nicht immer persönliche Probleme sein“, sagte Schornstein. Stattdessen könnten zum Beispiel auch kirchliche Fragen geäußert werden.

Könnte das begrenzte Interesse vielleicht also auch positiv betrachtet werden? Schließlich sucht vor allem der das Gespräch, der Probleme mitsichschleppt. Im Umkehrschluss könnten wenige Gespräche also auch auf wenige Probleme schließen. „Ich denke, das ist weder gutes noch schlechtes Zeichen“, erläuterte Schornstein. Momentan holt der Großteil der Bevölkerung sich notwendigen Rat stattdessen im Bekanntenkreis ab. „Wenn wirklich alle Bedürftigen zu mir kämen, dann würde ich das auch gar nicht schaffen.“

An Aufgeben denkt Schornstein jedenfalls noch lange nicht: „Ich muss einfach nur mehr wahrgenommen werden.“ Vielleicht funktioniert das ja dann beim nächsten Heimspiel am Samstag, 2. September. Auch dann wird der Pfarrer und Supervisor rund zwei Stunden vor Anpfiff, also ab 12 Uhr, wieder im Klömpchensklub ansprechbar für jeden sein.

In den Köpfen der Organisatoren schwebt derweil noch eine zweite Idee, die Kirche ins Stadion zu bringen. So wäre ein interreligiöser Saisonauftakt im nächsten Jahr durchaus denkbar, verriet Alois Poquett, Geschäftsführer der Wabe.

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