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Pendler schwer verärgert: ICE entpuppt sich als Bummelzug

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Schnell, aber der Zeit hinterher: Pendler klagen über den unzuverlässigen ICE. Foto: ddp

Aachen. Versprochen hat die Bahn eine „attraktive ICE-Verbindung nach Köln”, gekriegt haben die Pendler bisher die „unzuverlässigste Bahnverbindung Deutschlands”. So jedenfalls umschreibt es Oliver Haack, einer der Betroffenen. Er pendelt regelmäßig zwischen Aachen und Köln.

Doch seit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember ist ihm der Spaß an der Sache gründlich vergangen.

Denn seitdem sei der neue ICE zwischen Brüssel und Frankfurt, der Aachen eigentlich um 7.39 Uhr verlassen und Köln um 8.15 Uhr erreichen soll, noch nicht ein einziges Mal pünktlich gewesen. „Unglaublich” findet das auch Pendlerin Petra Hoff, die mit vielen anderen Leidensgenossen auf dem Bahnsteig dieselben Erfahrungen gesammelt hat. „Wenn man pünktlich nach Köln kommen will, kann man den ICE eigentlich nicht benutzen”, sagt sie.

Inzwischen haben die Pendler ihre eigenen Statistiken erarbeitet. Eine Frau hat für sich bereits 450 Minuten Verspätung seit dem 12. Dezember errechnet. Oliver Haack hat an 14 Werktagen 395 Minuten Verspätung notiert. Am Montag sei der ICE erst nach 100-minütiger Verspätung in Aachen eingefahren, am Dienstag waren es wieder 30 Minuten. Errechnet haben sie eine durchschnittliche tägliche Verspätung von 28 Minuten.

„Das machen ja auch die Arbeitgeber nicht mehr mit”, sagt Petra Hoff verärgert. Frust und Unmut seien inzwischen riesig, hat auch Oliver Haack festgestellt. Dabei hatten sich die Pendler von der neuen Verbindung viel erhofft, die als Ersatz für die gestrichene ICE-Verbindung von Aachen nach Berlin eingerichtet wurde.

Gerade Pendlern und Geschäftsreisenden hatte die Bahn damit eine schnelle und gute Anbindung ans Fernverkehrsnetz in Aussicht gestellt. Gestrichen wurde seinerzeit der Stopp in Düren, um gute Anschlüsse in Köln zu ermöglichen. Planmäßig erreichen konnte sie bislang offenbar noch niemand.

Merkwürdig: Während der Thalys aus Paris nach Beobachtungen der Pendler „bis auf wenige Ausnahmen” pünktlich ist, habe der morgendliche ICE aus Brüssel dieses Kunststück bisher noch nie vollführen können.

Gründe noch unklar

Woran das liegt, konnte die Pressestelle der Bahn AG am Dienstag noch nicht beantworten. Sie ist zwar inzwischen auch über die Probleme informiert, kennt aber die Gründe noch nicht. „Ob es mit der Witterung zu tun hat, generelle Probleme gibt oder Zufall oder Pech ist, können wir noch nicht qualifiziert sagen”, so Pressesprecher Gerd Felser.

Weil es offizielle Informationen seitens der Bahn bislang nicht gibt, haben einige Pendler versucht, sich selbst sachkundig zu machen. Demnach gebe es Probleme mit einem neuen Sicherungssystem in Belgien. Sie hätten zur Folge, dass der ICE dort derzeit nicht in Fahrt kommen kann und hinter anderen Regionalzügen herzockeln müsse.

Beruhigen konnte die erbosten Pendler aber auch diese Theorie nicht. Schon hätten sich einige Stammkunden entschieden, sich von ihrer teuren ICE-Monatskarte zu trennen und auf die deutlich preiswertere Regionalbahn umzusteigen. Die können zwar nicht so schnell fahren, sind morgens aber trotzdem zuverlässiger.
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