Paul Schürmann tritt als Vorsitzender des Blindenvereins zurück

Von: Martina Stöhr
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Aachen. Der erste Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins, Paul Schürmann, tritt zum 27. März des kommenden Jahres zurück.

Das gab er während der jährlichen Adventsfeier im Ellerhof bekannt. Als Motiv für seinen überraschenden Rücktritt nannte er gesundheitliche Gründe. Ein Nachfolger sei bislang noch nicht gefunden, sagte er.

Paul Schürmann hat den Blinden- und Sehbehindertenverein über zwölf Jahre geleitet. Der Verein habe einiges geleistet in dieser Zeit, sagte Schürmann und nannte unter anderem den behindertengerechten Ausbau des Aachener Hauptbahnhofs und des Bahnhofs Rothe Erde sowie das Leitsystem für Blinde der Stadt Aachen.

Schürmann dankte all denen, die ihm „uneingeschränktes Vertrauen” entgegenbrachten und die ihn bei seiner Arbeit unterstützt haben. Ganze vorneweg nannte er dabei seine Ehefrau Marianne: „Ohne ihre Unterstützung wäre es nicht gegangen.”

Laut Städteregionsrat Helmut Etschenberg praktiziert der Blindenverein schon lange das, „was wir noch üben”. Denn der Verein sei von Beginn an in der gesamten Städteregion aktiv. Während Aachen in Sachen „Barrierefreiheit” ein gutes Stück vorangekommen sei, gebe es in der Städteregion allerdings noch Nachholbedarf, räumte Etschenberg ein und sagte dem Verein auch weiterhin seine Unterstützung zu. Der Blindenverein habe sich immer bemerkbar gemacht und seine Interessen deutlich vertreten, lobte er.

Der Landtagsabgeordnete Karl Schultheis (SPD) warb für Solidarität: Die Blinden seien auf Unterstützung und Hilfe angewiesen. Einsamkeit, ein gestörtes Selbstwertgefühl und seelische Belastung seien die Folge, wenn man sie vom beruflichen Leben ausgrenze. „Die Gesellschaft sollte mehr Vertrauen in die Fähigkeiten der Blinden haben”, forderte er und verwies darauf, dass es eine große Herausforderung für die Sozialpolitik sei, die Situation der Blinden und Sehbehinderten zu verbessern. In diesem Sinne müsse auch die Hochschule fit gemacht werden, um ihnen den Zugang zu erleichtern.

Paul Schürmann hofft nun auf einen fähigen Nachfolger, dem man dasselbe Vertrauen entgegenbringt wie ihm selbst. Er gab seinen Gästen einen letzten Satz ganz nach Antoine Saint-Exupery mit auf den Weg: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.”
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