Aachen - Partei ist sicher: OB-Wahl bereits 2014

Partei ist sicher: OB-Wahl bereits 2014

Von: Achim Kaiser
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Der stellvertretende Vorsitzende Michael Kirsch will „Ruhe reinbringen.“ Alle Foto: Harald Krömer
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Für die Vorsitzende Ulla Thönnissen ist der Fraktionsvorsitz im Rat kein Thema.
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CDU-Schatzmeister Dieter Claßen will „keine Grabenkämpfe mitmachen“.
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Der stellvertretende Vorsitzende Holger Brantin will „alle Gruppierungen zusammenführen“.

Aachen. Die CDU-Vorsitzende Ulla Thönnissen fühlt sich „irgendwie befreit“. Sie sieht ihre Partei nach langen Querelen, Intrigen und Selbstzerfleischungsprozessen wieder auf dem Weg der Besserung. Sieben Monate vor der Kommunalwahl eine wichtige Erkenntnis, die der neue CDU-Vorstand mit einer für die Partei positiven Entwicklung untermauert.

Der Spitzenkandidat, mit dem die CDU in den Wahlkampf ziehen will, wird Oberbürgermeister Philipp. „Wir als Vorstand rechnen nicht damit, dass Marcel Philipp 2015 zur OB-Wahl antritt“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Michael Kirsch. Philipp selbst wird im November bekanntgeben, was intern schon feststeht: dass er seine Amtszeit verkürzt und sich am 25. Mai 2014 zur Wiederwahl stellt.

Am kommenden Montag wird der OB ein weiteres Gespräch mit dem geschäftsführenden Vorstand führen. Drei Tage später, am Donnerstag, 7. November, kommt der erweiterte Vorstand mit dem OB zusammen, um die gemeinsame Marschroute für die Kommunalwahl festzulegen. Unmittelbar danach wird Philipp seine Entscheidung dann offiziell bekanntgeben. Formal hätte er dafür noch Zeit bis zum 30. November.

„Bei unserem Parteitag sind die Weichen in Richtung Zukunft gestellt worden, das hat dem OB seine Entscheidung sicher auch leichter gemacht“, sagt Thönnissen. Neben der erfahrenen und stets loyalen Bürgermeisterin Magrethe Schmeer hat die wiedergewählte CDU-Chefin drei Männer ihres Vertrauens im Vorstand um sich scharen können, die auch das Votum der Mitglieder bekommen haben. „Wir haben jetzt eine andere Basis des Miteinanders“, beschreibt die CDU-Vorsitzende das angenehme Arbeiten in der neuen Führungsspitze. Sicherlich gebe es auch künftig kontroverse Diskussionen, „aber zwischenmenschliche Dinge dürfen nicht mehr so ablaufen wie in der Vergangenheit“. Als sie vor zwei Jahren gewählt wurde, habe sie „naiv“ das Führungspersonal ihres Vorgängers Armin Laschet übernommen. „Ein Fehler“, wie sie eingesteht: „Das habe ich mehrfach bereut.“

Dass das Image der CDU innerhalb der vergangenen Monate deutlich gelitten hat, weiß auch die neue Führungsriege. „Wir wollen Ruhe reinbringen und die Parteistruktur moderniseren“, sagt Vize Kirsch. „Wir dürfen nicht mehr in Lagern denken, wir müssen vielmehr alle Gruppierungen wieder zusammenführen. Denn wir können es uns nicht erlauben, Leute zu verlieren“, betont Stellvertreter Holger Brantin. Deutlicher wird der neue Schatzmeister Dieter Claßen, der viel Wert auf einen respektvollen Umgang der Mitglieder untereinander legt: „Ich werde keine Grabenkämpfe mitmachen. Ich lasse mich auch nicht verbiegen.“ Als „verbindendes Element“ will der neue, unbelastete Mann sich reinknien und die Partei zu neuen Ufern führen.

„Wir wollen aus der Wahl wieder als stärkste Fraktion hervorgehen“, formuliert Thönnissen unmissverständlich. Da die CDU bei aller Aufbruchseuphorie nicht von einer absoluten Mehrheit im Mai 2014 ausgehen kann, macht sie sich auch schon Gedanken über mögliche Koalitionspartner. Während Thönnissen sich die Optionen Rot oder Grün offen halten will, pirscht Vorstandkollege Kirsch schon nach vorne: „Ich finde, dass die SPD eine gute Oppositionspolitik macht.“ Das mag für die Städteregion gelten, in der Kirsch aktiv ist, in Aachen sieht das derzeit etwas anders aus. Da ist die schwarz-grüne Koalition auseinandergebrochen, und die CDU wird als stärkste Fraktion je nach Thema auch schon mal überstimmt. „Es ist ein Drama, dass wir derzeit keine Mehrheit haben“, sagt Thönnissen.

Kein Fraktionsvorsitz

Personell werde die Fraktion in der kommenden Ratsperiode anders aussehen, das zeige schon der Blick auf die von den Bezirken nominierten Direktkandidaten. Thönnissen selbst wird zwar für den Rat kandidieren, mit dem Fraktionsvorsitz liebäugelt sie jedoch nicht. „Das ist mir zu zeitintensiv. Als Parteivorsitzende und stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Städteregionstag bin ich komplett ausgelastet.“

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