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Parkplatzsituation am Tierpark entschärft

Von: Robert Prümmer
Letzte Aktualisierung:
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Parkssituation entschärft: Vor dem Tierpark in der Drimbornstraße dürfen jetzt Besucher auch parken, wo es vorher verboten war. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Na also, es geht doch: Kaiserwetter, Besucheransturm - und doch kein „Rummelplatz” mit wildem Parken auf Kosten der Anwohner rund um den Tierpark. Das Geheimnis der plötzlich entspannten Parkplatzsituation liegt in einer denkbar rheinischen Lösung.

Überall da, wo bislang Parken nicht ausdrücklich verboten war, ist es jetzt ausdrücklich erlaubt.

Besagten Rummelplatz hatte seit Jahr und Tag eine kleine, aber lautstarke Fraktion von Anwohnern von Aachens schönen grünen Flecken erbittert bekämpft. Die Situation schien verfahren: An einigen wenigen Tagen im Jahr, vorzugsweise am Wochenende, rollen die Besucher von nah und fern in Massen herbei. Nicht wenige steigen dabei auf den Bus um, andere kommen mit dem Rad.

Viele - das ist unbestritten - kommen allerdings auch mit dem Auto, und das muss ja irgendwo abgestellt werden. An den besonders besucherstarken Tagen wird dann eben geparkt, wo noch ein Fleckchen frei ist. Dann wird es eng, so sehr, dass sich einige Anwohner in ihrer persönlichen Freiheit eingeengt fühlen. Ein einzelner Anwohner fühlte sich so bedrängt, dass er anfing, Fotos von regelwidrig geparkten Autos zu machen. Der Mann schickte diese ans Ordnungsamt und in Kopie an den Regierungspräsidenten - was dem Ordnungsamt den Spielraum nahm, ein Auge zuzudrücken.

Nach Informationen der „Nachrichten” hat dieser Mann alleine mit seinen Fotos, den so genannten Drittanzeigen, etwa 200 Knöllchen erwirkt. Ein den „Nachrichten” namentlich bekannter Anwohner schrieb regelmäßig verschiedene Landesregierungen in Düsseldorf an, in fruchtlosen Gesprächen am runden Tisch forderte die Anwohner-Fraktion gar eine Verlegung des Ausgangs auf die Adenauer-Allee,

In einem letzten verzweifelten Schritt hatte Tierparkchef Wolfram Graf-Rudolf vor einigen Wochen die Verkehrskadetten der Verkehrswacht um Hilfe gebeten. Sie regeln nun an ganz besonders besucherstarken Tagen den Verkehr, und damit es dem Tierpark nicht zu dolle ins Budget schlägt, erstatten sie dem dankbaren Chef seine Ausgaben in Form einer Tier-Patenschaft für eine junge Trampeltierdame.

Anders, als manch einer vermuten mag, nutzte das Ordnungsamt die Situation nicht, um mit zuckendem Finger auf die Politessen-Taste zu drücken. Vielmehr sah es sich die Situation vor Ort noch einmal genau an. Auf kurzem Dienstweg ist man dann beim Fachbereich 61 (Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen) vorstellig geworden. Resultat: Überall da, wo das Parken vorher nicht ausdrücklich verboten war, ist es jetzt ausdrücklich freigegeben. Ein paar neue Schilder erlauben nun in der Clermontstraße und entlang des Tierparks bis zur Hauptschule das aufgeschulterte Parken.

An ein, zwei Stellen, wo es bislang besonders eng wurde, ist das Parken jetzt ausdrücklich verboten. Jetzt sieht wirklich jeder haargenau, was Sache ist. Effekt: Genug Parkraum vorhanden, Besucher und Anwohner zufrieden, Tierparkchef sehr erleichtert. Graf-Rudolf: „Man hat ja durchaus Bauchschmerzen dabei, Familien willkommen zu heißen, und wenn sie dann wieder rausgehen, haben sie ein Protokoll.”

Jedenfalls waren die Stimmen der Beschwerdeführer am Osterwochenende verstummt. Eine Person antwortete nicht auf diverse Rückrufbitten seitens der „Nachrichten”, ein Anwohner, der sonst wortgewandt Presse und Ämter zu mobilisieren wusste, drohte am Montag gar mit einem Rechtsanwalt, sollte man ihn namentlich noch einmal zitieren. Er verlegte sich lediglich noch einmal darauf, festzustellen, dass die Beschwerden „im Sinne von hunderten Anwohnern” gewesen seien.

Eitel Sonnenschein

Ordnungsamtsleiter Detlef Fröhlke gab sich am Montag im Gespräch mit den „Nachrichten” gelassen: „Da sollte jetzt eigentlich eitel Sonnenschein herrschen, die Situation ist jetzt entschärft.” Es sei seitens der Stadt alles getan worden, was im Bereich des Möglichen liegt, um den Anwohnern entgegenzukommen. Und: „Es gibt auch noch andere Ecken in Aachen, wo hoher Parkdruck herrscht. Da muss das Ordnungsamt auch schauen.” Anwohner Oliver Sütsch freut sich jedenfalls über die neue, entspannte Situation: „Hier ist jetzt echt der Parkstress rausgenommen worden.”
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