Parken im Frankenberger Viertel bald nur noch mit Schein

Von: Margot Gasper
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Jedes Eckchen zugeparkt ist nicht nur im Bereich Bismarckstraße und Triebelstraße: Im Frankenberger Viertel und im Steffensviertel soll Bewohnerparken eingeführt werden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Wer im Frankenberger Viertel wohnt und schon mal mit dem Auto fährt, würde manchmal am liebsten vor Frust ins Lenkrad beißen. Denn Parkplätze sind, besonders in den Abendstunden, absolute Mangelware. Die Parkplatzsuche dürfte in absehbarer Zeit für die Anwohner stressfreier werden. Denn es geht voran mit den geplanten neuen Bewohnerparkzonen – Erweiterung Z (Zollern-straße), V (Viktoriaallee) und C (Beverstraße).

Die Verwaltung hat, wie von der Politik beauftragt, im Sommer umfangreiche Voruntersuchungen vorgenommen. Die Ergebnisse werden am 10. April in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte und am 25. April im Mobilitätsausschuss vorgestellt. Sind die politischen Beschlüsse flott gefasst, könnten schon Mitte des Jahres Schilder und Parkautomaten aufgestellt sein, schätzt der CDU-Fraktionsvorsitzende Harald Baal.

Zusammen mit dem bereits vorhandenen Bewohnerparkbereich Z (rund um die Zollern­straße) gibt es Bewohnerparken dann im gesamten Frankenberger Viertel und im Steffensviertel – mit Vorrechten für Anwohner mit Parkausweis sowie mit Parkautomaten, an denen Gäste ihre Parkgebühr entrichten. Wegen der Größe des gesamten Gebiets müssen laut Verwaltung allerdings gleich drei Bewohnerparkbereiche eingerichtet werden.

Im Juni und Juli 2012 hat die Verwaltung ausführliches Datenmaterial zum „Parkgeschehen“ in den drei Gebieten erheben lassen. Die Befunde sind eindeutig. Die Verwaltung stellt in allen Bereichen „eine sehr starke Auslastung, zum Teil sogar Überlastung des öffentlichen Parkraumangebots“ fest. Und nur eine Minderheit der Fahrzeuge, die im Viertel parken, ist dort auch gemeldet. Viele der auswärtigen Fahrzeuge, die dort abgestellt werden, haben nicht einmal ein AC-Kennzeichen.

Die städtischen Planer erwarten von der Einführung der neuen Parkbereiche eine deutliche Entspannung. Für die Anwohner werde es einfacher, einen Stellplatz in Wohnungsnähe zu finden. Der Parkplatzsuchverkehr gehe erfahrungsgemäß deutlich zurück. Besucher, darunter auch die Kneipengänger im Frankenberger Viertel, zahlen künftig für ihr Park­ticket, haben es aber ebenfalls einfacher, ortsnah zu parken.

Die schwarz-grüne Ratsmehrheit setzt auf den Effekt des Bewohnerparkens, der sich auch in anderen Quartieren positiv ausgewirkt habe. „Das Bewohnerparken wird zur Entspannung beitragen“, ist der Vorsitzende des Mobilitätsausschusses, Roland Jahn (Grüne), überzeugt. „Die Leute, die da wohnen, kriegen künftig einen Parkplatz.“ Manche Dauerparker von außerhalb, die ihre Vehikel bisher am Straßenrand abstellen, werden laut Verwaltung durch die neuen Zonen dazu angeregt, in ein Parkhaus zu fahren oder gleich mit dem Bus anzureisen. „Wir machen in Aachen viele Angebote für Pendler“, sagt Jahn. „Die Menschen sollen sich darüber klarwerden, dass es Alternativen zum Auto gibt.“ Es sei schließlich „nicht Aufgabe der Stadt, kostenlosen Parkraum bereitzustellen“.

Handlungsbedarf hatte man bei Schwarz-Grün schon lange gesehen. „In das Viertel drückt alles rein“, sagt CDU-Fraktionschef Harald Baal. Schließlich wird der Parkraum in der gesamten Innenstadt längst bewirtschaftet. Um Entlastung fürs Viertel zu schaffen, waren die drei Bereiche Erweiterung Z, V und C bereits 2011 in der Prioritätenliste fürs Bewohnerparken vorgezogen worden.

Keine „wandernde Parkzone“

Sobald die Verwaltung konkrete Entwürfe für die drei neuen Bewohnerparkzonen entwickelt hat, sollen die Pläne, wahrscheinlich im Mai, mit den Anwohnern diskutiert werden. In einigen Bereichen sind laut Verwaltung auch Tagestickets denkbar, mit einer „Rabattierung für Auswärtige“.

In anderen Ecken der Stadt, etwa rund ums stark frequentierte Pontviertel, klagen Anwohner, dass sie trotz Bewohnerparkausweis keinen Stellplatz für ihren Wagen finden, in der benachbarten Parkzone aber Knöllchen kassieren. Das sei auch fürs Frankenberger Viertel nicht anders zu handhaben, bedauert Roland Jahn: „Die wandernde Parkzone lässt der Gesetzgeber nicht zu.“

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