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Panzerknacker immer noch hinter Gittern

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
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Ende letzten Jahres bargen Taucher des Technischen Hilfswerks drei Safes und Geldkassetten aus dem Hangeweiher. Die Panzerknacker nutzten aber auch noch andere Ablageorte. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Panzerknacker, die etwa ein Jahr lang Altenheime unsicher gemacht hatten und schwere Geldschränke mitgehen ließen, sitzen immer noch in Untersuchungshaft. Die bei der Aachener Polizei eingerichtete Sonderkommission legt ihnen rund 40 Taten zur Last.

Betroffen ist nicht nur in die Region, sondern ganz Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Dabei erbeuteten die Männer (23 bis 26 Jahre alt) insgesamt weit mehr als 100.000 Euro. Gefasst worden waren sie – wie berichtet – Mitte Oktober vergangenen Jahres nach einer spektakulären Verfolgungsjagd im Stadtbezirk Haaren. Dabei hatten sie mit ihrem Pkw rücksichtlos eine aus einem Lastwagen bestehende Straßensperre und mit hohem Tempo eine Gartenhecke durchbrochen, waren jedoch durch die Wärmebildkamera eines Hubschraubers später entdeckt worden.

Die Beamten schätzen die Panzerknacker als sehr abgebrüht und konspirativ ein, sogar ihre eigene Gesundheit hätten sie bei der waghalsigen Flucht aufs Spiel gesetzt. Die Fahnder hatten zuvor herausgefunden, dass weitere Taten geplant waren, und sich in alle infrage kommenden Objekten auf die Lauer gelegt. Tatsächlich brachen die Panzerknacker in ein Seniorenzentrum im Rhein-Erft-Kreis ein und wurden von dort aus beschattet.

Die Polizei hat ihre Ermittlungen inzwischen abgeschlossen und das Verfahren an die Staatsanwaltschaft angegeben, die die Anklage vorbereitet. Da die Männer bislang die Aussage verweigerten, könne man über ihre persönlichen Verhältnisse noch nicht viel sagen, erklärt Oberstaatsanwalt Robert Deller auf Anfrage. Einer von ihnen sei 23 Jahre alt, zwei 24 Jahre, einer 26 Jahre. „Alle vier sind nicht verheiratet und bisher keiner normalen geregelten Tätigkeit nachgegangen.“ Zwei von ihnen seien als Jugendliche schon einmal einschlägig in Erscheinung getreten.

Begonnen hatte die Serie in einem Altenheim in Aachen, hier wurden auch noch vier andere Seniorenwohnsitze heimgesucht. Weitere Tatorte waren unter anderem Eschweiler, Geilenkirchen, Herzogenrath, Hückelhoven, Niederzier, Selfkant, Übach-Palenberg, Wassenberg und Wegberg.

Ihre Hinterlassenschaften beschäftigen die Behörden immer noch: Aufgebrochene Tresore wurden nicht nur im Hangeweiher, im Blausteinsee bei Eschweiler und in einem Weiher bei Kerkrade gefunden, sondern vor einigen Tagen auch durch Spaziergänger in unwegsamem Gelände in der Nähe der Waldstraße in Verlautenheide entdeckt. Die Polizei hat die Geldschränke, die bereits Grünspan angesetzt haben, zur Bergung freigegeben. Deren Kosten können den Beschuldigten auferlegt werden.

Außendienst prüft

Polizeisprecher Paul Kemen: „Eine Gefahr geht von den Tresoren nicht aus.“ Die Stadt hat nun das Ordnungsamt in Gang gesetzt, um zu prüfen, wie sie von der schwer zugänglichen Fundstelle weggeholt werden können.

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