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Palliatives Netzwerk für die Region Aachen gegründet

Von: Martina Stöhr
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Das Palliative Netzwerk soll die Betreuung und Begleitung schwerkranker Menschen verbessern. Von rechts Till Wagner, Wilfried Gabler, Veronika Schönhofer-Nellessen, Marlies Frohn, Andreas Scheidt, Beatrix Hillermann, Martin Brand, Lukas Radbruch. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Es gehört Mut dazu, den Tod mitten ins Leben zu holen”, sagte Veronika Schönhofer-Nellessen von der Servicestelle Hospizarbeit, als das Palliative Netzwerk für die Region Aachen jetzt im Krönungssaal des Rathauses zusammenkam. Zur Auftaktveranstaltung des frisch gegründeten Vereins hatten sich zahlreiche Vertreter beteiligter Einrichtungen und Institutionen eingefunden.

Sie alle wollen gemeinsam dafür sorgen, „dass schwerstkranke Menschen aus der gesamten Region Aachen bis zum Tod dort begleitet werden, wo sie ihre letzte Zeit verbringen wollen”.

Eine würdevolle und vernetzte Versorgung, die die Wünsche und Bedürfnisse des Sterbenden in den Mittelpunkt stellt, sei das erste Anliegen des Netzwerks”, betonte Schönhofer-Nellessen. Und je enger die Einrichtungen dabei zusammenarbeiteten, desto besser sei die Aufgabe zu bewältigen.

Palliativstationen, ambulante Hospizdienste, das stationäre Hospiz, Home Care Aachen, Fachärzte, Hausärzte, ambulante Pflegedienste, Altenheime, Krankenhäuser, Trauerbegleiter, Bestatter und viele mehr haben sich im Netzwerk zusammen gefunden.

„Wir wollten öffentlich deutlich machen, dass Palliativversorgung ins Herz Aachens und der Region gehört”, erklärte OB Jürgen Linden und fügte hinzu: „Es ist wichtig, das Bewusstsein der Menschen für die Notwendigkeit dieser Arbeit zu schärfen.” Das Netzwerk habe regionale Bedeutung, und die Städteregion sei vor allem auch deshalb gegründet worden, um solche überregionalen Themen besser handhaben zu können.

„Palliativmedizin muss in allen Bereichen des Lebens vertreten sein”, forderte Linden und lobte gleichzeitig den Mut und den Einsatz all jener, die mit Herzblut in diesem Bereich arbeiten. Auf seine Unterstützung könne das Netzwerk auch weiterhin zählen. „Ich bin dabei, wo ich dabei sein kann.”

Professor Lukas Radbruch, Direktor der Palliativmedizin an der RWTH, ließ keinen Zweifel daran, dass die Palliativversorgung eine Notwendigkeit ist. „Jeder von uns wird die Sterbebegleitung eines Tages brauchen”, sagte er. Aachen sei dabei eine der ersten Städte, die einen Lehrstuhl für Palliativmedizin eingerichtet habe. Am Uniklinikum gibt es bereits seit 2003 eine an den Lehrstuhl angeschlossene Palliativstation, die laut Radbruch von Beginn an mit dem Projekt Home Care kooperiert hat.

In der Palliativversorgung sei Aachen besser ausgestattet als viele andere Regionen. Das Netzwerk wolle vor allem auch dazu beitragen, eine flächendeckende Versorgung in der gesamten Region zu erreichen. Radbruch zeigte sich überzeugt, dass eine gut organisierte Palliativmedizin dazu beitragen kann, eine mögliche Legalisierung der aktiven Sterbehilfe zu verhindern.

„Ehrenamtler haben ihren festen Platz”

Die große Bedeutung des Ehrenamts in der Palliativversorgung machte Beatrix Hillermann, Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes St. Anna, deutlich. Sie zitierte aus den Aufzeichnungen zweier Ehrenamtlerinnen in der Sterbebegleitung.

Die Berichte zeigen, wie die Ehrenamtlerinnen den Sterbenden in intensiven Gesprächen dabei helfen, Abschied zu nehmen, Streitigkeiten mit Freunden oder der Familie zu klären und sich auf den Tod vorzubereiten. Oder wie sie alle Hebel in Bewegung setzen, um dem Sterbenden den großen Wunsch zu erfüllen, die letzte Zeit zu Hause zu verbringen.

„Die Ehrenamtler haben ihren festen Platz”, betonte Hillermann. „Sie können von hauptamtlichen Kräften nicht ersetzt werden.” Bedauerlich sei, dass die Finanzierung der Einrichtungen immer schwieriger werde. Es sei ärgerlich, wenn die hauptamtlichen Kräfte dafür sorgen müssten, Spendengelder einzutreiben, statt sich ihrer eigentlichen Aufgabe widmen zu können.

Die Geschäftsstelle „Palliatives Netzwerk” hat ihren Sitz am Adalbertsteinweg 257, Telefon 0241/5153490.

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