Pädagoge und Politiker mit klarem Profil

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
Richard Wagemann
Richard Wagemann, langjähriger Leiter des Einhard-Gymnasiums und SPD-Kulturpolitiker, starb mit 73 Jahren. Foto: Markus Schuldt

Aachen. Richard Wagemann, langjähriger Leiter des Einhard-Gymnasiums und profilierter SPD-Kulturpolitiker, ist nach längerer Krankheit im Alter von 73 Jahren gestorben. Pädagoge von Beruf und aus Berufung, hat sich der gebürtige Stolberger bis zuletzt in der Kommunalpolitik engagiert.

SPD-Vorsitzender Karl Schultheis: „Wir haben ihm viel zu verdanken, er hat wichtige Debatten angestoßen.” Die nicht selten kontrovers verliefen, denn Wagemann war alles andere als ein stromlinienförmiger Nachbeter von Parteiprogrammen. Mehr als einmal stand er quer zur gerade gültigen Haupt- und Staatsmeinung bei den Sozialdemokraten - er selbst sah sich als „linksliberal” -, und mit Eifer und Hingabe verfocht er seine Standpunkte. Wobei für ihn immer galt: In der Sache hart, umgänglich in der Form.

OB Jürgen Linden würdigte seinen ehemaligen Französisch-Lehrer und späteren politischen Mitstreiter als „begnadeten Schulleiter. Persönlich verliere ich einen Freund, den ich außerordentlich schätze und vermisse”.

Mitglied der SPD wurde Richard Wagemann 1966, da war er schon seit zwei Jahren Lehrer am Einhard-Gymnasium für Englisch und Französisch. Neben seiner Arbeit an der Schule engagierte er sich auch in der Erwachsenenbildung und im Schüleraustauschdienst. 1989 wurde er zum Leiter des Einhard-Gymnasiums bestellt, dessen guten Ruf er während seiner gut zehnjährigen Tätigkeit auf dem Chefposten nach Kräften ausbaute.

Stolz war Wagemann immer darauf, dass an seiner Schule ein „anständiges Klima” herrschte, dass Schüler wie Lehrer freundlich miteinander umgingen, dass vor allem „angstfrei” unterrichtet und gelernt wurde. Allerdings lautete sein Credo stets: Ohne Leistung geht es nicht. Wobei er betonte, dass eine Schule die Kinder auch in die Lage versetzen müsse, Leistung zu bringen - mit viel Verständnis für etwaige Defizite und intensiver Beratung von Anfang an.

Geboren wurde Richard Wagemann im Dezember 1935 in Stolberg, sein Abitur machte er in Herzogenrath, zum Studium ging er nach Köln. Zeit seines Lebens ist der dreifache Familienvater von den Segnungen einer engagierten und überlegten Bildungspolitik überzeugt gewesen.

Er hat viel dazu beigetragen, dass es auf diesem Felde vorangegangen ist.
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