Radarfallen Blitzen Freisteller

Ordnungsamt: 35 Euro für das Wildpinkeln

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Immer häufiger sieht man, wie Männer ihr Auto am Straßenrand anhalten, aussteigen und an den Straßenrand pinkeln. Ich finde das ekelhaft und ungehörig”, klagte eine Leserin der Redaktion ihr Leid.

Die fragte die zuständigen Behörden, ob die Beobachtung zutreffe. Bei der Polizei, die für Ausfallstraßen zuständig ist, wird keine gesonderte Statistik geführt, das Ahnden öffentlichen Wasserlassens ist da eher ein Nebentätigkeitsbereich. Sprecherin Sandra Schmitz sagt jedoch: „Wenn wir das sehen, schreiten wir auch ein. Dann wird ein Bußgeld fällig.”

Das beträgt 35 Euro, ist in der Aachener Straßenordnung festgelegt und wird von seinen Mannen durchaus mit zunehmender Tendenz verhängt, weiß Detlev Fröhlke, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung.

Wobei die Zunahme freilich eher damit zusammenhängt, dass die Zahl der Ordnungsamtskräfte zugenommen hat und so auch die Kontrollzeiten ausgedehnt worden sind. So sind am Wochenende zwei bis drei Teams auf der Pirsch - nicht nur nach Wildpinklern. Und statt bis 22 Uhr gehen sie in den Hauptnächten nun bis 3.15 Uhr Streife.

Dabei stoßen sie immer wieder auch auf hemmungslose Zeitgenossen, die sich öffentlich erleichtern, „überall da, wo Leute unterwegs sind”. Etwa im Elisengarten, im Pontviertel, aber auch auf dem Markt oder dem Katschhof. „Vielen ist es egal, wenn der Drang unaufhaltsam ist, dann lassen sie laufen.”

Zum Beispiel auch in einem Hausflur: „Wenn da jemand die Haustür aufmacht und da steht einer, das ist widerlich.” Zehn Bußgelder à 35 Euro werden im Schnitt pro Wochenende verhängt. „Wir ahnden mehr, weil wir mit mehr Leuten unterwegs sind.” Die Zahl der dafür zuständigen Ordnungskräfte ist nämlich im letzten Jahr von 15 auf 20 erhöht worden, drei weitere sollen noch hinzukommen.

Wobei Fröhlke weniger die Entsorgung des Blasendrucks Sorgen macht als dessen Entstehung: öffentliches Trinken, etwa in Parks oder Bushaltestellen: „Es scheint mittlerweile akzeptiert zu werden, mit Bier- oder Schnapsflaschen unterwegs zu sein. Das ist eine Entwicklung, die mir gar nicht gefällt.” Fröhlke würde es dann auch gar nicht stören, wenn die 35 Euro, die etwa beim Alkoholkonsum auf Spielplätzen oder verbunden mit Störungen fällig werden, angehoben würden, wie das vor einigen Monaten Köln vorexerziert hat.

Bis zu 500 Euro

Das Wegwerfen einer Zigarettenkippe kostet in Aachen derzeit 10 Euro, in Köln werden für „sonstige Verunreinigungen” zwischen 35 und 510 Euro erhoben. Das Ausspucken eines Kaugummis schlägt in Aachen mit 15 Euro zu Buche, in Köln stehen 35 bis 50 Euro an. Und das Nichtentfernen von Hundekot kann in Köln gar mit bis zu 500 Euro geahndet werden.

Von Seiten der Stadtverwaltung stehe eine Verschärfung der Regeln zurzeit nicht auf der Agenda, Fröhlke: „Wenn der politische Wunsch kommt, werden wir uns dem nicht verschließen.” Auf alle Fälle werde er sich bei seinen Kölner Kollegen bald nach den bisherigen Erfahrungen erkundigen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert