Ordensritter Cem Özdemir begeistert seine Fans am Elisenbrunnen

Von: Lee Beck
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Ordensritter Cem Özdemir begeistert unzählige Aachener beim „Bad in der Menge“ mit Humor und Schlagfertigkeit. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Rückt zusammen, kuschelt, kommt näher zur Bühne“, fordert Moderator David Lulley die Zuschauer in der Rotunde des Elisenbrunnens auf. Gesagt, getan –unzählige Aachener sind zum traditionellen Bad in der Menge gekommen und schlagen sich am Samstagmittag wacker mit warmen Getränken und dicken Klamotten bei den frostigen Temperaturen. Die Vorfreude auf ihren Ordensritter Cem Özdemir ist groß.

„Aaahs“ und „Oohs“ gehen durch die Menge als der designierte Ritter dann endlich mit Prinz Thomas II. die Bühne betritt. „Das ist der dreifache Premierenritter“, ruft Lulley – Grün, Muslim und seine Vorfahren kommen nicht aus Deutschland. Und den wollen sich viele nicht entgehen lassen. So werden jede Menge Handys und Kameras gezückt, um schnell ein Bild oder ein Video aufzunehmen, als Ordensritter Cem Özdemir als Mutprobe vom Aachener Schwefelwasser kostete. „Er schlägt sich gut“, lobt Helena Escherich aus Aachen. „Er ist wirklich schlagfertig und amüsant“, fügte sie hinzu.

Zwischendurch räumt er im Gespräch mit dem Redakteur unserer Zeitung, Manfred Kutsch, mit Vorurteilen auf: Nein, er sammle keine Pässe und zum Beweis, dass seine Frau auch wirklich keine Burka trägt, holte er die schöne Argentinierin Pia Maria Castro doch glatt auf die Bühne. Ihr erster Gedanke, als Özdemir ihr erzählte, dass er einen Karnevalsorden erhalten werde: „Ich brauche einen Termin beim Friseur und ein neues Kleid.“ Die Aachener lachen und applaudieren. „Er und seine Frau sind zusammen sehr spritzig, spontan und ehrlich“, bestätigt die in Aachen lebende Niederländerin Micky Buchholz.

Kein Halten mehr

Als der Politiker dann auch noch anfängt zu Schwäbeln, da gibt es bei den begeisterten Fans kein Halten mehr. „Er ist so humorvoll, der könnte auch ein waschechter Öcher sein“, sagt Zuschauer Heinz Schaefer aus Schmithof. Cem Özdemir sei einfach perfekt und wunderbar, so Schaefer. „Und wenn jemand schon Dialekt spricht, dann ist er auch komplett integriert, denn Dialekt das kommt ja immer vom Herzen“, sagt er.

Dreifacher Premierenritter hin oder her, für die Aachener zählte am Samstag nur Cem Özdemirs Persönlichkeit. „Mich interessiert es überhaupt nicht, wo er herkommt und welchem Glauben er angehört, es kommt ja immer auf den Menschen an“, weiß auch der Aachener Jacke Freh.

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