Aachen - „One Billion Rising“: Ein Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen

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„One Billion Rising“: Ein Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen

Von: Rolf Hohl
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Herumstehen allein ändert nichts: Deshalb haben die Aktivistinnen am Elisenbrunnen zwischen den kurzen Redebeiträgen auch für Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen getanzt.

Aachen. Sie sehen fröhlich aus, aber ihr Anliegen ist ein durchaus ernstes. Für ihre Art des Protests gegen Gewalt an Frauen haben die knapp 100 Aktivistinnen und ihre Unterstützer am Mittwoch am Elisenbrunnen viel Zuspruch erhalten. Mit mehreren Tanzeinlagen machten sie als Teil der weltweiten Kampagne „One Billion Rising“ auch auf die noch immer herrschenden Missstände bei der Gleichberechtigung aufmerksam.

Dass an diesem Aktionstag einiges anders ist als bei gewöhnlichen Kundgebungen, wurde schnell deutlich. Nicht nur durch die Tänze, die übrigens in mindestens 28 weiteren Städten auf der ganzen Welt zur gleichen Zeit aufgeführt wurden, sondern auch farblich hoben sich die Demonstrierenden ab: Überall bekundeten die Menschen durch ein pinkes Kleidungsstück ihre Unterstützung.

Und diese, so betonte Ann-Katrin Seibert vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), werde dringend gebraucht: „Mit vielfältigen Ausreden suchen manche Leute nach Begründungen, warum in der Arbeitswelt zwischen männlichen und weiblichen Beschäftigten noch immer eine Lohnlücke von durchschnittlich 21 Prozent klafft.“ Dennoch gebe es im Kampf für die Gleichberechtigung auch Fortschritte: etwa dass Deutschland im vergangenen Jahr die Istanbuler Konvention zum Schutz von Frauen endlich ratifiziert hat – als eines der letzten Länder.

Eine auch auf Bundesebene derzeit sehr aktiv geführte Debatte griff indes Clea Stille auf, die sich beim DGB mit dem Thema Pflegeberufe beschäftigt. Es sei nicht zu vermitteln, warum die Arbeit am Menschen weniger wert sein soll als die Arbeit mit Maschinen, sagte sie. Und sie kritisierte das inzwischen in Kraft getretene Lohntransparenzgesetz, welches jedoch zwei Drittel der Frauen gar nicht erreiche, weil diese in Betrieben arbeiteten, die weniger als 200 Beschäftigte hätten. So jedenfalls sei Lohngleichheit nicht flächendeckend zu erreichen.

Das alles sei jedoch nicht mit Herumstehen zu erreichen, sagte Sybille Keupen, Vorsitzende des Frauennetzwerks der Städteregion Aachen.

Und so wurde zwischen den kurzen Redebeiträgen eben getanzt. Viele hatten sich darauf sogar eigens in Tanzworkshops bei der Choreografin Lazara Grettet Saez Alfonso vorbereitet, die natürlich auch mit dabei war.

Der Aktionstag soll alljährlich ein Zeichen gegen jede Form der Gewalt gegen Frauen setzen und geht auf eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO zurück. Diese besagt, dass etwa jede dritte Frau weltweit in ihrem Leben physischer oder psychischer Gewalt ausgesetzt war, was damit auf ungefähr eine Milliarde Frauen zutrifft.

Bei „One Billion Rising“ („Eine Milliarde erhebt sich“) machen sie darauf aufmerksam – und sie sind dabei nicht allein.

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