Oleg Popov berührt die Herzen

Von: Heike Nelsen-Minkenberg
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Unbestritten die größte Nummer im Zirkus: Weltstar-Clown Oleg Popov. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Langsam aber sicher entwickelt Aachen sich zur internationalen Zirkusstadt. Denn der Große Russische Staatscircus startete am auf dem Bendplatz seine Tournee 2009/2010. Ein Feuerwerk an brillanter Artistik, lustiger Clowns und perfekter Tierdressur, das die Zuschauer am Ende mit Applaus im Stehen würdigten.

Besonders eindrucksvoll der große alte Mann des russischen Circus, Oleg Popov. Vielen gilt der 77-jährige als berühmtester Clown der Welt - und das zu Recht. Allein mit seiner Gegenwart füllt der kleine Popov die gesamte Manege.

Jeder Blick, jede einzelne Geste fesselt das Publikum bis in die letzte Reihe und berührt das Kinderherz in jedem Zuschauer. Seit seinem ersten Engagement im Großen Russischen Staatscircus vor 15 Jahren hat Popov keine einzige Vorstellung ausgelassen.

Seine poetischen Reprisen-Nummern ziehen sich wie ein roter Faden durch das Programm, das ohnehin viel an feinsinniger Ästhetik zu bieten hatte.

Nahezu jede Artistik-Nummer wird durch die Minsk Starletts, das Zirkusballett, eingeführt und begleitet. Die Qualität der einzelnen Acts lässt sich leicht anhand der reichlich vertretenen ehemaligen Olympiasieger ablesen.

So die Vitaly-Koslov-Gruppe am Gleitreck oder Kirjuchenkov und Shulga, die durch ihre Kraft und Körperbeherrschung die anstrengendste Handstandakrobatik wie ein Kinderspiel aussehen lassen.

Es fällt schwer, einzelne Nummern aus dem hochkarätigen Programm herauszugreifen, doch ein Höhepunkt der zweieinhalbstündigen Show ist mit Sicherheit der „Gipsy-Reiter” Iuri Volodchenkov, der sein Pferd allein durch Gewichtsverlagerung und Schenkeldruck in einem wilden Tanz durch die Manege dirigiert.

Ebenso eindrucksvoll Schlangenfrau Julia und ihr Partner Rodion, der sich als ausgewachsener Mann in einen quadratmetergroßen Glaskubus quetscht.

Zwischen den Spannungs-Highlights immer wieder Oleg Popov oder sein jüngerer Kollege Gagik Avetisyan, der mit einer Charlie-Chaplin-Imitation brilliert. Avetisyan zögert nicht, das Publikum in seine Nummern mit einzubeziehen und Zuschauer wie Zuschauerinnen auf ihr pantomimisches Geschick zu testen.

Die letzte Nummer ist den „Friends” des Staatscircus zu vorbehalten, denn mit der Öffnung des Eisernen Vorhangs stammen die Artisten nicht mehr nur aus der ehemaligen Sowjetunion. Aus Brasilien kommt die Daniel Diorio Gruppe, die in ihrem „Globe of Death” atemberaubende Motorrad-Stunts vorführt. Am Ende rasen vier Motorräder gleichzeitig durch den Stahlglobus, nur wenige Zentimeter voneinander entfernt. Jahrelang eine Hauptattraktion in Las Vegas, und bis Anfang November noch in Aachen zu bestaunen.
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