Ohne Privatinitiative geht beim Feierabendmarkt nichts

Von: gei
Letzte Aktualisierung:
13075887.jpg
Schlendern, genießen, plauschen, ausspannen – der Feierabendmarkt am Alten Schlachthof trifft offenbar den Geschmack des Publikums. Ein vergleichbares Angebot wird es in der Innenstadt bis auf weiteres wohl nicht geben. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Während der privat organisierte Feierabendmarkt auf dem alten Schlachthofgelände große Erfolge feiert, scheint es zunehmend fraglicher zu werden, ob ein vergleichbares Angebot in der Innenstadt in absehbarer Zeit zustande kommt.

Vor allem CDU und SPD treten gehörig auf die Bremse und sehen in erster Linie private Initiativen gefordert. Öffentliche Mittel für eine professionelle Organisation werden nicht bereitgestellt.

Endgültig vom Tisch sei die Idee für ein solches Event damit zwar noch nicht, doch der Ideengeber Rainer von Courbière, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP, hat wohl nicht zu Unrecht die Befürchtung, dass das Thema damit stillschweigend beerdigt wird.

Vor mehr als einem Jahr brachte er den Antrag ein, eine solche Mischung aus Wochen- und Streetfoodmarkt in der Altstadt einzurichten. Häppchen, Getränke und regionale Produkte sollen das Publikum nach Feierabend in die Innenstadt locken, um dort noch schnell letzte Einkäufe zu erledigen und zum Plausch zusammenzukommen. Ein Gegenpol zum Kundenmagneten Aquis Plaza schwebt von Courbière vor, der zudem auf die guten Erfahrungen verweist, die andere Städte mit Feierabendmärkten machen.

Zwischenzeitlich gibt es allerdings auch ein Erfolgsmodell in Aachen-Nord. Seit Mitte August strömen Woche für Woche jeweils donnerstags die Menschen zum Alten Schlachthof, die dort bei Wein, Käse, Tapas, Obst und vielen anderen Leckereien den Tag ausklingen lassen.

Zu den Initiatoren gehören Susanne Nagel und Guido Bauer, die jetzt im Wirtschaftsausschuss der Stadt von einem „absolut positiven Feedback“ berichteten. „Wir wollen das unbedingt weitermachen“, versichern sie. Vorerst wollen sie ihren Markt bis Ende Oktober aufbauen, für die kalte Jahreszeit ziehen sie aber auch einen Umzug in eine Halle in Betracht. „Die Leute genießen das Ambiente“, sagt Susanne Nagel. Zwei bis drei Stunden würden sie sich oftmals auf dem Markt aufhalten.

Es sei jedoch durchaus schwer gewesen, die Marktbeschicker zu überzeugen, dass sie auch abends Geld verdienen können, berichtet Nagel von manch „frustrierendem Erlebnis“ im Vorfeld. Vor allem bäuerliche Anbieter, die oft schon frühmorgens arbeiten, täten sich schwer, auf einen abendlichen Standaufbau einzulassen und umzudenken, meint sie. Oftmals fürchten sie, zu spät ins Bett zu kommen.

Es sind wohl auch solche Komplikationen, die die städtischen Verantwortlichen bislang eher zögerlich und halbherzig bei den Planungen für einen innerstädtischen Feierabendmarkt agieren ließen. Eine professionelle Vorbereitung sei für das Gelingen nötig, meint die Verwaltung. Und die koste Geld.

Antrag erledigt

„Wir können niemanden zwingen, Lifestyle zu organisieren“, meint Fabia Kehren für die SPD. Auch sie nennt den Feierabendmarkt „ein attraktives Format“, aber es „bedarf einer privaten Initiative“. Städtische Mittel wollen CDU und SPD nicht zur Verfügung stellen.

Ob sich die Macher aus Aachen-Nord auch ein Engagement in der Innenstadt vorstellen könnten, wollte Kehren noch wissen. Doch da winkten Nagel und Bauer eher ab. „Aachen-Nord hat so ein Event verdient“, finden sie.

Was aus dem FDP-Antrag wird, ist offen. Von der Ratsmehrheit wird er nunmehr auch ohne greifbares Ergebnis als erledigt betrachtet.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert