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Ohne Poller wird Vennbahnweg flott zur Straße

Von: Werner Breuer
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Freie Fahrt ohne Pfosten: Seit die Hindernisse an den Querungen des Vennbahnwegs mit Straßen verschwunden sind, sollen in Brand auch motorisierte Fahrzeuge auf der Trasse unterwegs sein. Foto: Harald Krömer

Aachen. Sicher, früher einmal sind sogar Züge auf dieser Strecke gefahren. Inzwischen ist aber aus der Vennbahn-Trasse ein Radweg geworden, und Anwohner Hans Müller (nennen wir ihn einmal so, sein richtiger Name tut nichts zur Sache) schätzt seine „eigentlich idyllische“ Wohnlage. Motorenlärm bleibt ihm trotzdem nicht erspart, seit die Poller an den Einmündungen der Radweg-Abschnitte verschwunden sind.

„Mofas und Motorräder sind auf dem Vennbahnradweg fast schon normal“, klagt Müller. Selbst Autos würden die Trasse zwischen Trierer Straße und Rombachstraße als Abkürzung nutzen.Und das führe naturgemäß häufig zu kritischen Situationen auf einer Wegeverbindung, die eigentlich für Radler oder Spaziergänger gedacht ist. Und die Radfahrer seien zudem oft sportlich ambitioniert und entsprechend zügig unterwegs. Und so empfindet Hans Müller seine eigentlich ruhige Wohnlage mitunter als „quälend“. Vor allem an den Wochenende geht es da oft heiß er.

Müller will seine Poller zurück, „aber die sind verschwunden und die Löcher schon verfüllt“. Die Stadt hatte die Dinger vor einiger Zeit abgeräumt, nachdem Radfahrer sie als Gefahr augemacht hatten. Auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) hatte die Hindernisse kritisiert, nachdem es immer wiederzu Unfällen gekommen war. Manche dieser Eisenpfosten sind sichtlich gezeichnet von solchen Begegnungen, deren Ausgang für die Zweieradfahrer oft schmerzhaft gewesen sein dürfte.

„Weitestgehend abgebaut“

Zwar waren die Polller – sie standen immer dort auf dem Vennbahnradweg, wo der eine Straße kreuzte – farblich markiert, dennoch wurden sie von den Radfahrern nicht oder zu spät gesehen. Nach Ansicht von Experten wird es oft kritisch, wenn Radler in Gruppen unterwegs sind. Die ersten Fahrer können dem Hindernis noch ausweichen, den Nachfolgern ist die Sicht darauf jedoch versperrt. Die Stadt hat auf die Kritik reagiert: „Die Poller sind weitestgehend abgebaut“, sagt Axel Costard vom städtischen Presseamt.

Dass damit der Vennbahnradweg für Verkehrsteilnehmer erreichbar wird, die dort nichts zu suchen haben, hat die Verwaltung zunächst nicht für ein Problem gehalten. Bekannt sei lediglich ein „Einzelfall“: In Brand habe jemand für Arbeiten in seinem Garten den daran vorbei führenden Radweg als Anlieferungstrasse genutzt. „Wir gehen aber davon aus“, so Costard, „dass das nicht mehr passiert“.“ Dennoch will die Verwaltung die Angelegengheit beobachten. In den nächsten Tagen soll es ein „Befahrung“ der Trasse geben, dann radeln Verwaltungsvertreter über den Vennbahnweg.

Auch die Polizei, an die sichHans Müller schon gewandt hatte, will bei Streifenfahrten ein Auge auf eventuelle Falschfahrer auf dem Radweg werfen. „Natürlich können auch Anwohner oder Fahrradfahrer und Spaziergänger solche Vorfälle zur Anzeige bringen“, erklärt Sandra Schmitz von der Pressestelle der Polizei. Hilfreich wäre dabei sicher ein Foto des Kennzeichens. Letztlich zu verhindern sei eine missbräuchliche Benutzung des Radwegs aber wohl kaum, meint sie.

Und auch Hans Müller weiß, dass selbst die Poller kein Allheilmittel sind. „Mit Mofas und Motorrädern kommt man auch daran vorbei.“

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