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Offene Tür: Ernten, kochen und essen, was sie selbst säen

Von: Nils Heinichen
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In der Offenen Tür am Kronenberg steht das Thema Ernährung im Mittelpunkt. Die Kinder ernten, kochen und essen, was sie zuvor selbst gepflanzt haben. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Egal ob Grundschüler, Jugendlicher, junger Erwachsener, angehender Abiturient oder Auszubildender – für alle Altersbereiche ist die Offene Tür St. Hubertus am Kronenberg die Anlaufstelle im Westen Aachens. Seit vielen Jahren bietet das Kinder- und Jugendzentrum (Kijuze) in Trägerschaft der Katholischen Gemeinde St. Hubertus jungen Menschen viele Freizeitmöglichkeiten.

„Wir sind eine Offene Tür, die noch die ganz klassischen Angebote hat“, erklärt Leiterin Christel Schäfer. „Wir arbeiten sehr stadtteilorientiert und reagieren immer auf den Bedarf unserer Gäste.“ Dazu zählen auch die etwas ungewöhnlichen Öffnungszeiten. So öffnet St. Hubertus täglich bereits um 10 Uhr morgens. „Wir kooperieren eng mit Schulen, so auch mit dem Amos-Comenius-Gymnasium. Viele Oberstufenschüler kommen in ihren Freistunden zu uns, um gemeinsam zu lernen, Hausaufgaben zu machen oder sich auf Referate vorzubereiten“, schildert Sozialpädagoge Lars Lummerich. „Die Resonanz ist sehr gut. Die Schüler können das Schulgebäude mal verlassen und hier in Ruhe lernen“, fügt die zweite Leiterin, Birgitt Valk hinzu.

Doch das sind längst nicht die einzigen Vorzüge, versichert Valk. „Besonders stolz sind wir auf unser großes Außengelände, das vor allem in den warmen Monaten sehr genutzt wird.“ Inlinerkurs, Wave- und Skateboarden, Basketball und Fußball oder ein Sinnesparcours sind nur einige von vielen Angeboten, sich draußen zu bewegen. „Sport ist für uns ein wichtiges Thema, das wir stets im Blick haben“, betont Lars Lummerich, der selbst ein Boxtraining anbietet. „Wir nehmen unter anderem auch an der Fußballliga des Arbeitskreises Offene Türen (AGOT) teil. Das ist toll für die Kinder, weil einfach jeder mitmachen kann, egal wie gut er spielt“, so der 28-Jährige.

Hauseigene Beete

Auch das Thema Ernährung wird behandelt. In den hauseigenen Beeten pflanzen die Kinder und Jugendlichen Obst, Gemüse und Kartoffeln. Beim gemeinsamen Kochen werden die geernteten Lebensmittel schließlich verzehrt. „Zum Teil bekommen die Kinder zuhause noch nicht mal ein Frühstück. Andere haben keine Tischmanieren oder sind zu dick. Bei uns lernen sie quasi im Vorbeigehen, wie man sich richtig ernährt“, sagt Valk.

Für den 21-jährigen Devin und den 16-jährigen Walid sind es noch andere Qualitäten des Hauses, die sie nahezu täglich in die Offene Tür locken. „Ich glaube, ich bin jetzt seit der dritten Klasse hier. Ich komme oft, um einfach zu relaxen“, erzählt Walid. Sein Kumpel Devin kommt immer noch regelmäßig in die Jugendeinrichtung, und das, obwohl er bereits mitten im Berufsleben steht. „Es ist ein Treffpunkt für uns alle. Wir fühlen uns total wohl hier“, berichtet der 21-Jährige. Dabei sind die Beiden inzwischen keine „normalen“ Besucher mehr. „Wir beschäftigen uns oft mit den Jüngeren und spielen zusammen Fußball“, sagt Devin. „Für die Kleineren sind wir schon so etwas wie Vorbilder“, pflichtet ihm Walid bei.

Die beiden Leiterinnen macht das stolz. „Es ist schön zu sehen, dass manche Kinder schon seit vielen Jahren zu uns kommen und heute als junge Erwachsene immer noch regelmäßig bei uns sind und uns sogar unterstützen“, ist Birgitt Valk zufrieden. „Das ist für uns die beste Bestätigung unserer Arbeit“, versichert die Pädagogin.

Diese beschränkt sich längst nicht mehr einzig auf die Offene Tür am Kronenberg. In der Teil-Offenen-Tür (TOT) im Preuswald steht den Kindern und Jugendlichen ebenfalls ein Ort zur Verfügung, an dem sie ihre Freizeit verbringen können. „Dort sind die Besucher noch deutlich multikultureller. Da geht es erst einmal um die Basisgrundlagen unserer Arbeit. Das Thema Armut ist im Preuswald von zentraler Bedeutung“, erläutert Valk.

Lediglich zwei Räume stehen im Preuswald zur Verfügung, was die Arbeit erschwert. „Die Nachfrage ist groß. Die Kinder haben dort nichts anderes. Deswegen planen wir auch mit einem dritten, größeren Raum“, kündigt die Leiterin an.

Auch Christel Schäfer betont die Wichtigkeit der Einrichtung im Preuswald. „Der Umgang ist trotz aller Probleme vieler Kinder sehr herzlich. Die Kinder treffen sich und spielen gemeinsam. Ohne die TOT wäre das nicht denkbar“, schildert sie.

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