Öcher Wetter schreckt diese Läufer nicht

Von: Jan Mönch
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Das hat Tradition: Start und Z
Das hat Tradition: Start und Ziel des Sylvesterlaufs war auch in diesem Jahr wieder der Aachener Foto: Ralf Roeger

Aachen. Nur für einen der Läufer gibt es keine Startnummer. Und doch ist er irgendwie fast überall dabei: der innere Schweinehund. Er lässt den Straßenrand als rettendes Ufer erscheinen, während das Ziel noch kilometerweit weg ist.

Und von Kilometern muss man ja selbst beim kürzesten der drei Wettbewerbe sprechen, aus denen der Sylvesterlauf sich zusammensetzt: Dem Kinderlauf über 2,2 Kilometer, der am frühen Nachmittag startet. Der anschließende Volkslauf kommt schon auf knackige 4,8 Kilometer. Und Königsdisziplin ist dann um 15.30 Uhr der Hauptlauf mit einer Strecke von zehn Kilometern.

Die Puste geht nicht aus

Zum 34. Mal fand der Sylvesterlauf am letzten Tag des gerade verabschiedeten Jahres statt - da darf man dann mal zurecht das oft ein wenig vorschnell hervorgekramte Wörtchen „Tradition” bemühen. Und die Puste geht der Veranstaltung offenbar noch lange nicht aus: Über knapp 2000 Starter freuten sich Karin Feldmann, Geschäftsführerin des veranstaltenden Deutschen Leichtathletik Clubs (DLC) Aachen, und Cheforganisator Andreas Kemper.

Ansonsten ist alles wie gewohnt: Der Markt ist bei der Route durch die Innenstadt Start und Ziel zugleich, Rathaus und Nieselregen sorgen für Lokalkolorit. Und der Regen ist ja zumindest weniger gefährlich als Schnee und Frost, den es im vergangenen Jahr so gut es ging zu beseitigen galt.

Die Teilnehmerzahl jedenfalls bedeutete eine deutliche Steigerung gegenüber dem letzten Jahr. Woran liegts? „Vielleicht an der verbesserten Anmeldemöglichkeit im Internet”, vermutet Karin Feldmann. Aber im Grunde ist es ja auch schnuppe. Wichtiger: Auch bei seiner 34. Auflage sorgt das Leichtathletik-Spektakel neben Schweiß und Muskelkater bei den Teilnehmern auch wieder für gute Laune bei Zuschauern und Helfern. „Gemeinsam schafft ihr das”, muntert ein Streckenposten ein Pärchen auf, das händchenhaltend den Volkslauf bestreitet. Ebenfalls sehenswert: Ein sportlicher Vater, der einen Zwillingskinderwagen samt Besatzung vor sich her schiebt.

Die allgemein gute Laune kann mitunter offenbar sogar auf Verkehrsteilnehmer überspringen. Etwa 15.15 Uhr ist es, als Michael Günther, Leiter der Verkehrskadetten, übers Funkgerät einen Auffahrunfall gemeldet bekommt. Schon eilt er Richtung Peterstraße, als Entwarnung von seinen Kollegen kommt: Die beiden Unfallgegner hätten sich kurz auf die Schultern geklopft, sich umarmt, und seien dann weitergefahren. „Na da haben sich zwei gefunden”, wundert sich Michael Günther erleichtert. Weitere wichtige Helfer sind natürlich die Rettungssanitäter - so ganz ungefährlich ist das nassgenieselte Kopfsteinpflaster auf dem Markt ja dann doch nicht.

Ein wenig weiter öffnet der Öcher Himmel seine Pforten dann noch mal pünktlich zum Start des Hauptlaufs. Der Sylvesterlauf ist ausdrücklich ein Rennen für jedermann, und am Ende werden dann auch die sehr unterschiedlichen Kräfteverhältnisse deutlich. Schnell zeichnet sich unter allgemeinem Gejohle eine Spitzengruppe ab, die schon nach etwa der Hälfte der Strecke dabei ist, die Nachhut zu überrunden. Da wissen offenbar ein paar ganz genau, was sie tun. Für alle anderen gilt eine ebenso alte wie wahre Sportlerweisheit: Dabei sein ist alles.
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