Aachen - Oecher Börjerwehr brennt ein wahres Feuerwerk ab

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Oecher Börjerwehr brennt ein wahres Feuerwerk ab

Von: Georg Dünnwald, Peter Langohr, Nina Krüsmann, Lee Beck, Tim Habicht
Letzte Aktualisierung:
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Piraten und mehr: Schöne Kostüme gibt es bei der Maskerade im „Stairs“ zu sehen. Foto: Ralf Roeger
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Beim Bezirkskarneval in Haaren gibt sich auch das Dreigestirn aus Verlautenheide die Ehre. Foto: Martin Ratajczak
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Bei Kaffee, Kids und Kokolores hat der närrische Nachwuchs seinen Spaß, und auch die Eltern feiern mit. Foto: Heike Lachmann
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Gelungene Premiere: Die Pfarre St. Johann und der Burtscheider Bürgerverein feiern zum ersten Mal zusammen Karneval. Foto: Andreas Schmitter
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Sie haben die Lampen an: Als Ausverkaufsware sorgen diese wandelnden Stehlampen beim Pennball im Euro­gress für Lichtblicke. Foto: Ralf Roeger
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„Sonne, Palmen, weißer Sand“: Die Oecher Börjerwehr entführt ihre Gäste an den Südseestrand. Das Publikum erlebt eine furiose Sitzung voller Höhepunkte. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Endspurt im Karneval: Am Wochenende ließen zahlreiche jecken es bei Sitzungen und Bällennoch mal so richtig krachen. Genau wie bei „de Mäddchere“ tags zuvor hieß es am Freitag „Sonne, Palmen, weißer Sand, die Börjerwehr am Südseestrand“. Willi Schillings, Kommandant der Stadtwache Oecher Börjerwehr, konnte „bis auf den letzten Platz besetzt“ melden.

 Dementsprechend rasant war der Anstieg der Stimmungskurve. Dazu trug gleich zu Anfang das „zufällige“ Treffen der der Öcher Ehepaare Philipp und Schmitz am Südseestrand bei. Während die Schmitzens von Hubert „Jüppchen“ Krott und Ria Hyrenbach verkörpert wurden, doubelten sich OB Marcel Philipp und seine Gabriele durchaus talentiert als die Philipps.

Der Aufzug der Stadtwache mit allem, was sich auf Beinen halten kann, markierte den eigentlichen Beginn einer furiosen Sitzung. Begleitet vom eigenen Musikzug unter der Leitung von Frank Jacobs zeigte zunächst die Börjerwehr, welche Talente in ihren Reihen sind. Mit den „Kenger vajjen Beverau“ stand dann eine starke Gruppe auf der Bühne, die zweierlei zeigt: Zum einen muss man sich um den Nachwuchs keine Sorgen machen, zum anderen bleibt das Liedgut der beliebten „Jonge vajjen Beverau“ der Nachwelt erhalten. Da passte es, dass die „alten“ Herren für die Börjerwehr ein singuläres Comeback arrangierten und mit den „Kurzen“ auftraten.

„Kölschraum“ war den meisten kein Begriff, was sich aber in der Sitzung grundlegend änderte. Die sympathische Gruppe aus Köln erwies sich als Kracher. Dass Winfried Ketzer aus Düsseldorf alias „Der Hausmeister von nebenan“ anschließend mit seiner Büttenrede mehr als bestehen konnte, verdient Respekt.

Josef, Jupp und Jüppchen präsentierten sich in bestechender Form, wobei man immer wieder das Timing bewundern muss, mit dem die Drei selbst beim ältesten Witz die Pointe setzen. Pause für das Zwerchfell gab es bei der Tanzgruppe der Grün-Weißen Funken vom Zippchen aus Kölsch-Büllesbach, ehe Lokalmatador Jürgen Beckers als Hausmann plauderte.

Mit viel Musik und Lokalkolorit ging es in die letzten Nummern des Programms, bei denen „De Originale“, Prinz Thomas II mit Hofstaat und Prinzengarde sowie das Showorchester „De Kaafsäck“ aus Dürwiss leichtes Spiel mit dem total jecken Publikum hatten.

Premiere in St. Johann

Seit 30 Jahren steht Reinhold Begaß bereits auf der Bühne. Er hält jedes Jahr im Karneval eine Büttenrede mit Witz, Charme aber auch einigen kritischen Pointen. So auch in diesem Jahr bei der ersten gemeinsamen Karnevalssitzung von St. Johann und dem Burtscheider Bürgerverein. Diese Premiere ist nicht nur für Reinhold Begaß ein ganz besonderes Erlebnis, sondern auch für über 150 Gäste im Pfarrheim St. Johann und die vielen jüngeren Jecken im Freitags-Café direkt nebenan. Denn die Jugend ist der Pfarre und dem Bürgerverein besonders wichtig.

„Der gesamte Abend ist richtig, richtig gut gelaufen. Wir hatten von Beginn an eine großartige Stimmung. Dabei ist es uns besonders wichtig, dass die Jugend gemeinsam mit uns gefeiert hat“, so Lutz Alexius, der Pressebeauftragte des Festausschusses der Gemeinde St. Johann und des Burtscheider Bürgervereins. Die Pfarre und der Bürgerverein haben ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt, das sowohl musikalisch, als auch komödiantisch einiges zu bieten hatte. Dabei fing der Abend alles andere als gut an: „Eigentlich sollte Leo Dormanns als Einheizer auftreten. Doch der hat sich kurzfristig krank gemeldet. Aber zum Glück haben wir mit Hans Montag schnell einen richtig guten Ersatz gefunden“, zeigt sich Lutz Alexius erleichtert.

Am späteren Abend hat Reinhold Begaß dann seinen Auftritt. Als alter Hase im Karneval lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. Doch jeder Auftritt sei immer etwas Besonderes.

Riesige Stimmung Haaren

Vielen Haarenern macht besonders der bezirkliche Karneval so richtig Spaß. Man kennt Gäste und Akteure und hat einfach einen tollen Abend miteinander. In der Haarbachtalhalle kam am Freitag in guter Tradition das Who is Who des Hooreter Fastelovvends zusammen. Höhepunkt des bezirklichen Karnevals war der Auftritt des Aachener Prinzen Thomas II.

Doch schon vorher hatten die Kindergruppen der Haarener Vereine mit einem gemischten Auftritt für riesige Stimmung gesorgt. Bezirksbürgermeister Ferdinand Corsten und Bezirksamtsleiter Frank Prömpeler hatten alle Bürger aus dem Stadtbezirk zu der Sause eingeladen und moderierten mit Hooreter-Frönnde-Präsident Guido Hüllenkremer das flotte Programm. Die KG Hooreter Jonge und die KG Hooreter Frönnde zeigten sich in Bestform. Für Musik sorgten die LRs Showtrompeter und das Trompeten Corps Schwarz Rot Haaren. Eine Überraschung hatte das Männerballet Hooreter Mösch parat: Sie brachten Märchenprinz Tim I. mit. Das große Finale bestritt die KG Bröselspetze aus Verlautenheide mit ihrem Flower-Power-Dreigestirn.

Übrigens: Das singende Tanzmariechen Nancy Franck von den Hooreter Frönnden kam jetzt mit ihrem Lied „Der Pirat“ beim großen Kölner Talentwettbewerb „Köln sucht den Nachwuchsstar 2013“ bis ins Halbfinale.

Maskerade schön kostümiert

„Alaaf!“ hieß es am Samstag auf der Showtreppe im „Stairs“ an der Theaterstraße: Die ältere Generation des Aachener Karnevalsvereins (AKV) feierte hier die dritte Maskerade. Nach zwei erfolgreichen Jahren im Quellenhof hatte sich das Team um AKV-Senator Ricardo de Bernardi für das schicke und gleichzeitig moderne Ambiente im ehemaligen Roncalli-Café entschieden. Vor ausverkauftem Haus brachten die Öcher Stadtmusikanten Stimmung auf die Treppe. Ob Beduinen oder holländische Meisjes, Charleston-Ladies, stolze Spanierinnen, Leichtmatrosen oder Schotten – die Kostüme hätten nicht ausgefallener sein können, und dem Credo der Veranstalter entsprechend hatten sich viele Narren für fantasievolle Masken à la Karneval in Venedig entschieden.

Höhepunkt des moderierten Balls am Karnevalssamstag mit Tanzeinlagen und Showauftritten unter anderem von der Showtanzgruppe des TSC Aachen war der Besuch Seiner Tollität Prinz Thomas II. Danach ging der Kostümball bei gepflegter Live-Musik bis in die späte Nacht hinein fröhlich weiter. Es ist eine Veranstaltung der AKV-Familie mit Zukunftspotenzial bei den Öcher Jecken ab 30 Jahren.

Dicker Fisch beim Pennball

Das ganze Eurogress war am Samstagabend im Ausnahmezustand. Aachens größter Kostümball fand statt. Der Pennball ist immer wieder ein Ereignis, weil in allen Sälen und Foyers des Eurogress gefeiert wird. So spielten Merrick und Los Meles im Foyer des Europasaals, im Europasaal selbst sorgten Elan und

Stadtgeflüster für Stimmung. Im Foyer des Brüsselsaal spieltenEnyjoy und DJ Stefan, im Brüsselsaal tanzten die vielen, vielen Narren zur Musik von Night in Paris und von DJ Lögi. Um Punkt 22 Uhr marschierten die Penn-Aktiven auf die Bühne, keiner in Penn-Uniform, jedoch kostümiert. Allerdings trug jeder seine „Feldmütze“, damit er als Penn erkennbar war. auch Prinz Thomas II. sorgte mit Prinzengarde und Hofstaat für Unterhaltung. Sein „dicker Fisch“ kam auch bei jungen Jecken absolut an.

Kaffee, Kids und Kokolores

„Wo ist die Toilette?“, fragt ein Gast den Herrn an der Türe bei Kaffee, Kids und Kokolores am Sonntag im alten Kurhaus. Ringsherum großes Gelächter. Wer saß denn da inkognito an der Türe des Ballsaals? Na Oberbürgermeister Marcel Philipp höchstpersönlich im Kostüm – was ein Anblick! Für die älteste Veranstaltung des Aachern Karnevalsvereins hat der Familienvater eine besondere Mission: „Die Kinder sollen sich nach dem Zug aufwärmen und auch noch ein St. Johann und dem Burtscheider Bürgerverein isschen toben können. Das Programm ist deshalb besonders interaktiv.“ Beim Mitmachzirkus Giocco oder den Auftritten des Märchenprinzen Tim I. und des großen Prinzen Thomas II. war das kein Problem. Die Eltern können sich mit Pommes, Kuchen und mehr zurücklehnen, denn die Kinder sind perfekt versorgt. Schon direkt nach dem Kinderzug ist der Andrang groß, viele Jecke kommen mit der ganzen Familie. „Wir haben den Fokus mehr auf die Kinder gelegt, wir wollen sie mehr an den Karneval heranführen“, sagt auch Organisationsleiter Horst Neuendorf. Die Bühne wurde dieses Jahr verändert. „Die Kinder lieben es vorne an der Bühne zu stehen und ganz nah am Geschehen zu sein“, sagt Neuendorf.

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