Obstbäume für viele kleine Öcher

Von: Robert Baumann
Letzte Aktualisierung:
Die Streuobstwiese am Haarberg
Die Streuobstwiese am Haarberg nimmt immer mehr Gestalt an. Jetzt pflanzte die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen dort den 200. Lebensbaum seit ihrer Gründung im Jahr 2005. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Ein bekanntes Sprichwort sagt: „Ein Mann muss drei Dinge im Leben tun: Ein Haus bauen, einen Sohn zeugen und einen Baum pflanzen.” Hinter Letzteres kann der kleine Johan schon einen Haken setzen.

Obwohl gerade mal sechs Monate auf der Welt, ist er bereits stolzer Besitzer eines Apfelbaumes. Auf der Streuobstwiese am Aachener Haarberg widmete ihm die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen den 200. Lebensbaum seit ihrer Gründung im Jahr 2005.

Die Heimat achten

Im Rahmen des dritten nationalen Aktionstages der deutschen Bürgerstiftungen bekamen jetzt insgesamt 20 Neugeborene dort einen Baum gepflanzt. „Unser Ziel ist, dass die Kinder in unserer Region eine konkrete Verbindung zu ihrem Lebensraum erhalten. Die Familien sollen die Bäume pflegen und später das Obst ernten. Dadurch lernen sie, ihre Heimat zu lieben und zu achten”, erklärt Brigitte Erm, Vorsitzende der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen.

Rund 250 Bürgerstiftungen sind bundesweit aktiv. 60 von ihnen beteiligten sich an dem Aktionstag, um auf ihr Engagement aufmerksam zu machen. Die Bürgerstiftung in Aachen pflanzt jedes Jahr rund 40 Bäume, meist Obstsorten, die bislang an Gut Melaten, am Paulinenwäldchen und nun auch auf dem Haarberg stehen. Die Widmung der Bäume soll die Ziele der Stiftung symbolisieren, sich nachhaltig für die Region und das Gemeinwohl der Bürger einzusetzen.

Das Umweltamt der Stadt Aachen unterstützte die Aktion, und hat 80 heimische Obstbäume auf dem Haarberg verpflanzt und der Stiftung zur Verfügung gestellt. „Die Bäume sind sternenförmig auf das Haarkreuz ausgerichtet und sollen jeweils einem Kind gewidmet werden. Es ist eine Umweltbildungsmaßnahme, bei der die Menschen gleichzeitig mit ihrer Heimat verwurzelt werden. Der Haarberg bietet eine wunderbare Aussicht und ist ein tolles Ausflugsziel. Wir danken der Stadt, dass sie uns die Fläche und Bäume kostenlos bereitstellt”, betont Hubert Schramm, Leiter des Lebensbaumprojekts der Bürgerstiftung.

Damit Johan und die anderen kleinen Öcher ihren Baum später einmal wiederfinden, wurden alle Bäume mit Metallschildern versehen, auf denen eine Widmung mit Namen und Geburtsdatum eingraviert ist. Zudem bekam jedes Kind eine eigene Urkunde über seinen Lebensbaum. „Das Pflanzen des Baumes ist eine tolle Idee und ein schönes Symbol. Die Kinder können das Wachsen des Baumes und den Reifungsprozess des Obstes verfolgen. So erhalten sie einen Zugang zur Natur und können später, wenn sie älter und größer sind, ihren persönlichen Baum besuchen”, freut sich Vera Viehöver, Mutter des kleinen Johan, über die Aktion.

Mit Obstsaftpressungen und Schneidekursen soll das über die Baumwidmungen entstandene Familiennetzwerk vertieft werden. 101 Stifter unterstützen derzeit die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen, die sich jeden ersten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im Elisenrestaurant trifft. „Wir sind noch eine relativ kleine Stiftung. Unsere Vision ist es, eine große, lokale und unabhängige Stiftung zu werden, die nicht mehr auf Spenden angewiesen ist”, sagt Erm.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert