Orsbach - Oberster Hof: Flammen lodern immer wieder auf

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Oberster Hof: Flammen lodern immer wieder auf

Von: Heiner Hautermans
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Das Blaulicht dutzender Wehrfahrzeuge und der Feuerschein waren in der Nacht bis in die Niederlande zu sehen. Am Morgen wird das Ausmaß des Schadens am Orsbacher Hof sichtbar. Foto: Ralf Roeger
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Der Brand war schwer unter Kontrolle zu bringen. Foto: Ralf Roeger
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Die Feuerwehr war mit mehreren Löschzügen vor Ort. Foto: Ralf Roeger

Orsbach. Einsatz unter erschwerten Bedingungen: Die 150 Feuerwehrleute, die – aus fast der ganzen Stadt zusammengezogen – am Donnerstagabend, in der Nacht zum Freitag und anschließend den ganzen Tag über das Feuer im Obersten Hof in Orsbach bekämpften, hatten in mehrfacher Hinsicht einen harten Job zu erledigen.

Einmal ist das dreiflügelige Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, in späteren Zeiten mehrfach umgebaut, schwer zugänglich. So musste mit einem Brecheisen nachgeholfen werden, damit eine Hubbühne durch das enge Tor ins Innere gelangen konnte. Zum zweiten ist der Hof nur über den schmalen Schlangenweg zu erreichen, ringsum sind vorwiegend Wiesen, wenig Zufahrten, die das Gewicht eines schweren Löschfahrzeugs aushalten – Mensch und Material wateten buchstäblich in Schlamm und Dreck. Zum Dritten liegt der Hof in der Peripherie von Aachen, im äußersten Zwickel der westlichsten Großstadt zu den Niederlanden hin – es gab Probleme mit der Wasserversorgung.

Schläuche mussten über Hunderte von Metern gelegt werden, ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen und Gülleanhängern von Landwirten wurde eingerichtet, denn man brauchte Unmengen Wasser. Viertens galt es, gegen einen zähen Gegner zu kämpfen: 1500 Ballen Heu, die in einer Scheune im hinteren Bereich in Brand geraten waren. Heu hat die unangenehme Eigenschaft, sich bei einem bestimmten Feuchtigkeitsgehalt selbst zu entzünden, und wenn es einmal brennt, ist es kaum noch zu löschen. Immer wieder bilden sich neue Glutnester, die die Wehrmänner auch am Freitag noch den ganzen Tag in Atem hielten, ebenfalls im Wortsinne. Denn der Rauch stinkt fürchterlich, zwei Brandbekämpfer erlitten deshalb leichte Verletzungen.

Als die Wehrmänner am Donnerstag nach 18 Uhr eintrafen, brannte die Strohmiete zunächst nur in einer Ausdehnung von 25 Quadratmetern. 25 Kälber aus einem angrenzenden Stall konnten in Sicherheit gebracht werden, bevor sich der Brand schnell auf die gesamte, 30 Meter lange Scheune ausdehnte und auf Wohnhaus und Stall überzuspringen drohte: Einsatzleiter Werner Dahmen: „Durch Riegelstellungen an mehreren Stellen konnte das Übergreifen des Brandes verhindert werden.“

Anfangs wurde das brennende Heu aus der Scheune mit Radladern herausgeholt, um es auf dem Feld abzulöschen. Das Gebäude ist inzwischen einsturzgefährdet und kann nicht mehr betreten werden. So wurde die Einsatzstärke der Wehr am Freitag gegen 15 Uhr von 30 auf acht Männer und Frauen heruntergefahren. Am Samstag soll ein großer Bagger mit langem Greifarm angefahren werden, der das Heu von oben aus der Ruine heraushebt. Lagedienstführer Joachim Gronsfeld: „Das Feuer flackert immer wieder auf. Wir gehen davon aus, dass der Einsatz sich mindestens bis Sonntag hinziehen wird.“

Die Kripo hat ihre Ermittlungen zur Brandursache noch nicht aufnehmen können. Sprecher Paul Kemen: „Der Brandort ist beschlagnahmt.“ Auch die Höhe des Schadens ist noch nicht bekannt. Vor sechs Jahren ist auf Gut Tennenpfuhl, schräg gegenüber vom Obersten Hof, ebenfalls eine Scheune ausgebrannt und völlig zerstört worden.

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