Aachen - OB wirbt für Campusbahn

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OB wirbt für Campusbahn

Von: Georg Dünnwald
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Rund 600 Vertreter waren der Einladung zum Neujahrsempfang des Oberbürgermeisters gefolgt. Er lobte den EInsatz der Ehrenamtler, sprach aber auch über die Alemannia, Bombardier und die Campusbahn. Foto: Martin Ratajczak
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Einen Ehrenamtspreis für Monika Lang und einen für die Initiative Sonntagsfrühstück: Vor dem Neujahrsempfang waren die Preisträger im Werkmeistergericht eingeladen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Die größte Enttäuschung des letzten Jahres war die Alemannia“, gab Oberbürgermeister Marcel Philipp zu. „Aber“, so Philipp weiter, „wir müssen unterscheiden zwischen der GmbH und dem Verein.“ Der Verein sei unterstützenswert „in die Beine von Profikickern können und wollen wir aber nichts investieren“.

Vor rund 600 Vereinsvertretern hielt am Dienstagabend der OB beim Neujahrsempfang der Vereine im Krönungssaal des Rathauses eine Rede, in der vor allem auf die Campusbahn einging und für „die neue Aachener Tram“ die Werbetrommel rührte. Dabei berücksichtigte er die immens gestiegenen Kosten beim Berliner Flughafen und bei der Hamburger Elbphilharmonie. „Aber bauen keine Bahn unter der Erde und auch keine Konzerthalle, wie bauen eine Stadtbahn, und da werden die Kosten nicht in die Höhe schießen“, versprach das Stadtoberhaupt.

Die Campusbahn bedeute Zukunft und neue Arbeitsplätze. „Auch künftig werden in Aachen Waggons gebaut werden“, ging Philipp auf die beabsichtigte Schließung des Bombardier-Werks auf der Jülicher Straße ein. „Ob sich was für die Mitarbeiter der ehemaligen Talbot-Fabrik retten lässt, kann keiner mit Sicherheit sagen, aber schon darüber, dass die Stadt immer etwas mit Schienenfahrzeugen zu tun haben wird.“ Aber zweifelsohne verschwinde ein Stück Industriegeschichte in Aachen.

Arbeitslosigkeit gesunken

Dennoch zeichnete der Oberbürgermeister ein rosiges Bild. So hoch wie seit langem nicht seien die Steuereinnahmen gewesen, noch nie so gering die Arbeitslosigkeit. Positiv bewertete er das Wachstum von Firmen wie Lindt und Continental. Und: „Wir haben nun 50 000 Studenten in der Stadt, 10 000 mehr als letztes Jahr.“ Das sei auch positiv zu vermerken. „Die Hochschulen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt“, sagte Philipp.

Für Philipp hat das Ehrenamt einen besonderen Stellenwert. Wo könnte er seine Wertschätzung bessern anbringen als während des traditionellen Neujahrsempfangs für die Vereinsvertreter. Von denen waren aber nicht so viele in den Krönungssaal gekommen wie in den vergangenen Jahren. „Das Vereinsleben und das Ehrenamt sind gemeinsam wichtig“, lobte der OB sein Publikum. „Sie stehen für die Stadt.“

Jedes Jahr hält ein Vereinsvertreter auf dem Neujahrsempfang eine weitere Rede nachdem der OB gesprochen hat. In diesem Jahr war Phi­lipps Stellvertreter, Bürgermeister Björn Jansen, an der Reihe. Als Chef des Stadtsport-Bunds lobte auch er die Vereinsvertreter und die Ehrenamtlichen. Allerdings: „Es darf nie so weit kommen, dass ehrenamtliches Engagement öffentliche Aufgaben ersetzt“, forderte der Sozialdemokrat Jansen. Auch müssten Vereinsvorstände von den Risiken befreit werden, die sie bei ihrer Arbeit mit allerlei juristischen Hürden begleiteten.

Der Königliche Männerchor Cäcilia von 1837 aus Vaals unterhielt das Publikum hervorragend und pointiert mit Liedern aus Operetten, Musicals und Öcher Leddcher.

Seit einem Jahr verleiht die Stadt Aachen den Ehrenamtspreis. Und zwar immer während des Neujahrsempfangs. Dieses Jahr würdigte der Oberbürgermeister Monika Lang, die Initiatorin der „Öcher Frönnde“ als Einzelperson und als Gruppe die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Aachener Sonntagsfrühstücks.

Der Ehrenamtspreis ist verbunden mit je 500 Euro und dem Karlssiegel der Stadt. Über die Einzelpreisträgerin sagte der OB: „Als Seniortrainerin und aus Ihrer Erfahrung mit den ‚Öcher Talenten‘ haben Sie die Öcher Frönnde, einen Nachbarschaftsrings der Jung und Alt zusammenbringt, gegründet.“

Die Initiative Sonntagsfrühstück lädt jeden Sonntagmorgen rund 80 Obdachlose, Alleinstehende und Menschen, denen es nicht so gut geht, zum liebevoll gemachten Morgenkaffee ein. Weil es sich bei der Vorbereitungsgruppe um etwa 100 Personen handelt, wurde aus jeweils einer Kirchengemeinde je eine Person eingeladen. Die Arbeit wird geleistet von den katholischen und evangelischen Innenstadt-Gemeinden.

Oberbürgermeister Marcel Phi­lipp: „Ihr Lohn für das, was Sie an jedem Sonntagsvormittag tun, ist sicherlich das, was Ihnen Ihre Gäste direkt und ganz unvermittelt zurückgeben, ein Händedruck, ein Lächeln, ein kurzer Dank und das Wiederkommen am nächsten Sonntag.“

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