OB Philipp lobt beim Neujahrsfrühstück die Gewerke

Von: Georg Dünnwald
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Die Schornsteinfeger Dieter Es
Die Schornsteinfeger Dieter Eschweiler (l.) und Hans Hansen (r.) erschienen als Glücksbinger beim Neujahrsfrühstück des Handwerks im Rathaus. Für die OB-Gattin Gabriele Philipp (Mitte) und die Bürgermeisterinnen Hilde Scheidt (2.v.l.) und Margrethe Schmeer gabs Blumen, Herbert May (3.v.l.) und OB Marcel Philipp blickten auf ein gutes Jahr zurück. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Das war ein gutes Jahr für Aachen”, sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp beim Neujahrsfrühstück für das Handwerk im Weißen Saal des Aachener Rathauses.

Das Handwerk habe besonders von den vielen Millionen profitiert, die investiert worden seien. „Sie sind leistungsfähige Anbieter”, lobte das Stadtoberhaupt die anwesenden Handwerksmeister. „Trotz der europaweiten Ausschreibungen, zu denen wir gezwungen sind, verblieben 75 Prozent der Investitionsmittel in Höhe von 31 Millionen Euro in der Region, bei der Bauunterhaltung durch den Fachbereich Immobilienmanagement waren es bei einem Volumen von 15 Millionen Euro sogar 94 Prozent.”

Die Minuspunkte von 2011

Aber nicht alles, was auf der städtischen Wunschliste gestanden habe, habe sich im vergangenen Jahr erfüllt, so Philipp: „Die Kaiserplatzgalerie, deren Bau immer noch nicht begonnen hat, beispielsweise. Und auch die Alemannia, die sich beim Fußball auf fast allen Ebenen schwer tut, das sind alles Minuspunkte, die verbessert werden müssen.” Und auch in Sachen Städteregion Aachen sei es noch ein mühsamer Weg zum Erfolg. OB Philipp: „Was einzelne aus dem Aachen-Gesetz gemacht haben, ist schlecht für die Marke Aachen. Ich bin dafür, Lösungen zu finden.”

Aachen biete die Grundlagen, „mit Glück und Fleiß und handwerklicher Arbeit bringen wir auch dieses Jahr gut über die Runden”, gab sich der Oberbürgermeister optimistisch.

„Wir gehen selbstbewusst in das neue Jahr”, versicherte Kreishandwerksmeister Herbert May in seiner Rede zum traditionellen Neujahrsfrühstück. May war stolz darauf, dass eine Image-Umfrage des Institutes für Demoskopie Allensbach ein erhöhtes Ansehen der Handwerker ausgemacht hat. „Wir haben an Ansehen gewonnen, hinter Ärzten, Krankenschwestern und Lehrern liegen wir auf dem vierten Platz.”

May sprach auch den Knatsch zwischen der Stadt und dem Rest der Städteregion Aachen an: „Um da den Durchblick zu gewinnen, muss man ein großes Detailwissen zum Aachen-Gesetz haben. Es kann aber nicht sein, dass die kreisfreie Stadt Aachen im Ranking der Bildungsregionen mit ihren Hochschulen auf hinteren Plätzen landet, weil die Landesstatistiken falsch geführt werden. Darunter leidet die Wirtschaftsregion insgesamt.”

Der Kreishandwerksmeister forderte die Landtagsmitglieder aus der Region auf, sich dafür einzusetzen, dass dies korrigiert wird. Er gibt der Städteregion aber eine Chance: „Rom ist schließlich auch nicht an einem Tag erbaut worden.”

In Aachen und der Städteregion habe sich allerhand getan, lobte May. „Da gilt es, Absprachen zu treffen, um Investoren in der Städteregion zu halten und neue zu holen.” Das Steueraufkommen sei schon im abgelaufenen Jahr gestiegen, auch die Kommunen könnten sich über mehr Geld freuen. Nach wie vor gebe es jedoch das Schuldenproblem.

„Auch die Kommunen haben über ihre Verhältnisse gelebt.” Die kommunalen Schulden seien aber auch auf Aufgaben zurückzuführen, die ihnen von Bund und Land übertragen würden. „Bund und Land machen sich darüber keine großen Gedanken. Die Kommunen darf man aber nicht im Regen stehen lassen.” Schließlich seien die Kommunen in einzelnen Bereichen wichtige Auftraggeber für die regionalen Handwerksbetriebe.

Steuerliche Sonderabschreibung

An den OB gerichtet appellierte der Kreishandwerksmeister: „Nutzen Sie Ihren Einfluss, denn die Stadt lebt von den Steuern und Abgaben der Bürger. Also auch von denen der Wirtschaftsunternehmen und ihrer Mitarbeiter.”

May merkte an, dass die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende nur dann erreicht werde, wenn die Sanierungsquote im Gebäudebestand erhöht wird. „In der Städteregion sind drei Viertel der Häuser älter als 25 Jahre. Der Sanierungsbedarf wird auf 80.000 Gebäude und 200.000 Wohnungen geschätzt.” Eine steuerliche Sonderabschreibung für energetische Sanierungen würde das Sanierungstempo steigern. „Die Chance darf nicht vertan werden”, sagte May.

„Es ist wichtig, dass trotz Schuldenkrise die Grundstimmung positiv bleibt”, betonte May. Die letzte Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Aachen habe immerhin ein zufriedenstellendes Ergebnis gebracht.
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