Aachen - OB Philipp feilt am Bewusstsein für eine neue Sparsamkeit

OB Philipp feilt am Bewusstsein für eine neue Sparsamkeit

Von: gei
Letzte Aktualisierung:
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Antrittsbesuch in der Redaktion: OB Marcel Philipp im Gespräch mit Chefredakteur Bernd Mathieu und dessen Stellvertreter Bernd Büttgens (von links).

Aachen. Mehr Geld werden die Vereine für ihre Arbeit kaum erwarten können, mehr Wertschätzung aber will Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) ihnen in jedem Fall zukommen lassen. Das brachte er nicht nur - quasi pflichtgemäß - auf dem Neujahrsempfang am Montag für die Vereine im Rathaus, sondern auch wenige Stunden zuvor bei seinem Antrittsbesuch in der Redaktion der „Aachener Nachrichten” zum Ausdruck.

„Wir wollen die Vereine mehr in den Blick nehmen”, kündigte Philipp nicht zum ersten Mal an. Für ihn bedeutet das zugleich: Überprüfen, ob die Stadt nicht an einigen Stellen Arbeit übernommen habe, die man besser den Vereinen überlassen sollte. Wer deren Jugendarbeit schwäche, so Philipps Überzeugung, produziere an anderer Stelle steigende Kosten. Wer die Vereine stärke, entlaste hingegen öffentliche Kassen.

Dass dies das Gebot der Stunde ist, zeige der Blick auf den neuen Haushalt. Wie berichtet, muss die Stadt in diesem Jahr ein Minus von 60 Millionen Euro verkraften. Wie gegensteuern? Das war die große Frage, die Philipp in den ersten Wochen seiner noch kurzen Amtszeit am meisten bewegt hat.

Die Möglichkeiten sind begrenzt, ist Philipp überzeugt, denn der Großteil der Probleme sei auf die allgemeine Wirtschaftslage und auf strukturelle Defizite bei der finanziellen Ausstattung der Kommunen zurückzuführen. Allenfalls ein Minus von zehn Millionen liege in „direkter eigener Verantwortung”, so Philipp.

Wo demnächst konkret gestrichen und gekürzt werden soll, lässt der OB weiterhin offen. Noch gelte es, das richtige Bewusstsein für eine neue Sparsamkeit zu schaffen - sowohl in der Politik als auch in der Verwaltung. Zu seinen überraschenderen Erfahrungen gehört es offenbar, wie oft man das Gleiche sagen müsse, bis es ernstgenommen wird.

Nach wie vor würden Folgekosten zu wenig bedacht, meint Philipp - ein Grund, warum er kürzlich einer Ausschussvorlage zu mehr Familienfreundlichkeit in der Kommune die Unterschrift verweigert habe. Prüfen, reformieren, straffen - so lauten seine Erwartungen an die künftige Verwaltungsarbeit. Die Stadt soll sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Jeder müsse selber überprüfen, „was er zuviel tut”.

Man kann sich bessere Zeiten für einen Einstieg ins OB-Amt vorstellen, Philipp gibt sich dennoch locker und gelassen. Stimmt schon: Als Privatperson habe er früher „entspannter” Karneval feiern können. Nun ruhen in allen Lebenslagen mehr Augen auf ihm. Dafür kann er jedoch auch „Themen setzen in einem Ausmaß, das ich bisher nicht kannte”.

Er tut dies in enger Absprache mit seinem Kollegen in der Städteregion, Helmut Etschenberg, der soeben mit seinen Ideen für eine Modellregion für moderne Mobilität („Mobilcity 2020”) punktete. Philipp überließ ihm neidlos die Schlagzeilen. Über mangelnde Aufmerksamkeit könne auch er bislang nicht klagen, sagt er. Das Schönste: Bislang begleite man seine Arbeit ausgesprochen wohlwollend. Allerdings ist er auch noch keine 100 Tage im Amt.
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