Aachen - OB Marcel Philipp: „2013 wird ein gutes Jahr“

OB Marcel Philipp: „2013 wird ein gutes Jahr“

Von: Georg Dünnwald
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Schornsteinfegemeister Hans Hansen, Bürgermeisterin Margrethe Schmeer, Kreishandwerksmeister Herbert May, Oberbürgermeister Marcel Philipp, und Schornsteinfegemeister Hans-Dieter Eschweiler (v.l.) freuen sich über „ein positives Jahr 2013“. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Im vergangenen Jahr durchlebten wir ein Wechselbad der Gefühle, es ging von oben nach unten und von unten nach oben.“ Oberbürgermeister Marcel Philipp hatte gemeinsam mit Kreishandwerksmeister Herbert May zum traditionellen Nuejahrsfrühstück in den Weißen Saal des Rathauses gebeten.

Bevor der Kaffee ausgeschenkt wurde und Rühreier mit Speck verzehrt wurden, ließ Philipp das vergangene Jahr Revue passieren und wagte auch einen Blick in die Zukunft des noch neuen Jahres. Die Steuereinnahmen seien wie selten geflossen, die Arbeitslosigkeit auf einem Niedrigstand gewesen.

Am Rande nur erwähnte das Stadtoberhaupt die Alemannia und deren Pleite, eingehender befasste Philipp sich mit der beabsichtigten Schließung des Bombardier-Werks und den darauf resultierenden Folgen fürs Handwerk. „Es ist klar, dass die Schließung auch das Handwerk in der Region tangieren wird“, warnte er. Perspektiven vor allem für die „Talbötter“ müssten gefunden werden, „da werden wir mehrgleisig fahren müssen“, sagte der Oberbürgermeister. Er erinnerte daran, dass beispielsweise die RWTH und die Fachhochschule ins Boot geholt werden könnten. Dann werde die Möglichkeit geschaffen, sich an der Jülicher Straße mit zukunftsträchtiger E-Mobilität vertraut zu machen, zu forschen, zu entwickeln und zu produzieren, auch im Bereich des Waggonbaus.

„Wir investieren“, bedeutete Philipp. Millionen von Euro flössen in den Kita-Ausbau, in Kanalsanierungen, in die Mobilität, will heißen Campusbahn. Bei diesen öffentlichen Investitionen müsste aber auch bedacht werden, wie die Einwohnerschaft reagiere. „Dabei sind die Meldungen über Probleme beim U-Bahn-Bau in anderen Städten und den Flughafenneubau in Berlin nicht gerade hilfreich“, ist der OB überzeugt. „Wir müssen uns der Diskussion um den Bau der Stadtbahn stellen, wir haben nicht mehr viel Zeit bis zum Bürgerentscheid am 1. März.“ Philipp versicherte den anwesenden Handwerkern und Journalisten, dass die Kosten für die Stadtbahn seriös kalkuliert sei, „da wird es keine Überraschungen geben“. In die Mobilität der Bevölkerung müsse ohnehin investiert werden, „ohne Schiene wird es auch nicht viel billiger“, ist der OB überzeugt.

Bei den Kindertagesstätten und der Betreuung von den Kindern, die unter drei Jahre alt sein, sei die Stadt auf einem guten Weg. „Im August werden wir für 34 Prozent der Kinder einen Kitaplatz stellen können, im nächsten Jahr werden es bereits 39 Prozent sein“, kündigte Philipp an. Ein flexibles Betreuungsangebot sei enorm wichtig, „daran wird auch die Attraktivität der Stadt durch eventuelle Neubürger gemessen“, weiß er. Deshalb suche die Stadt auch das Gespräch mit Firmen, um Wege für Betriebskitas zu finden.

„In Aachen tut sich auch was für Arbeitsplätze“, beteuerte Philipp und verwies auf Lindt. Der Cocolatier erweitert seine Produktion in Aachen und schafft dadurch neue Arbeitsplätze. Die Aachener Hochschulen bewundert der OB: „Die geben Gas, die arbeiten auch mit Unternehmen zusammen. Da wird Zukunft geschaffen.“

In diesem Jahr stünden neben der Abstimmung über die Campusbahn, deren Einführung Philipp aus vollem Herzen unterstützt, die Eröffnung des Centre Charlemagne und der Nadelfabrik am Reichsweg an. Er ist überzeugt, dass auch 2013 ein positives Jahr für Aachen sein wird.

Kreishandwerksmeister Herbert May nahm die Gelegenheit wahr, ebenfalls einige Anmerkungen zur Zukunft anzubringen. Er lobte, dass sich auf dem Campus Melaten schon vieles getan habe, damit sei die Chance, Arbeitsplätze zu schaffen, gewahrt worden.

Allerdings kritisierte May auch die Stadt Aachen: „Bei Liefer- und Dienstleistungen bis zu einem auftragswert bis 100 000 Euro, auf dem Bau sogar bis zu einer Million, muss nicht ausgeschrieben werden. Die Stadt Aachen schreibt bereits ab einem Auftragsvolumen ab 12 000 Euro aus. Das macht keine Kommune in Grenznähe, in Belgien nicht und auch in den Niederlanden nicht.“ Er appellierte an den Oberbürgermeister, über diese Vergabeatechnik nachzudenken. Denn unter Wirtschaftsförderung verstehe er etwas anderes.

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