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Nur die Piraten freuen sich richtig auf die Neuwahlen

Von: gerad Eimer
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Und plötzlich befinden sich alle wieder mitten im Wahlkampf. Die Begeisterung über die bevorstehenden Landtagswahlen hielt sich in den Aachener Parteien am Mittwoch schwer in Grenzen - mit einer Ausnahme: Die Piraten waren in Champagnerlaune.

„Die ersten Reaktionen auf Twitter sind fast schon euphorisch”, sagte Felix Bosseler mit Blick auf den Internet-Kurznachrichtendienst, der gleich nach Bekanntwerden des Scheiterns der rot-grünen Minderheitsregierung in Düsseldorf heiß lief. „Wir sind zwar sehr überrascht, aber wir freuen uns mächtig”, sagt Bosseler, der als Landtagskandidat der Aachener Piraten vor zwei Jahren 3,6 Prozent in Aachen holte. Diesmal soll es deutlich mehr sein. „Ich gehe fest davon aus, dass wir im nächsten Landtag vertreten sind”, erklärt er für seine noch junge Partei, die sich allen Umfragen zufolge im Stimmungshoch befindet.

Da sieht es bei der FDP deutlich düsterer aus, „Das kann richtig hart werden”, meint Aachens Parteichef Alexander Heyn, dessen Partei vor dem Aus stehen könnte. Dass die Liberalen dennoch Nein zum rot-grünen Haushalt im Land gesagt haben, hält Heyn für richtig. „Man konnte nur so entscheiden, wenn man nicht das, was an Glaubwürdigkeit noch da ist, verspielen wollte.”

Auf der anderen Seite des Parteienspektrums müssen die Linken nicht minder um den Wiedereinzug in den Landtag zittern. Parteisprecher Darius Dunker gibt sich dennoch optimistisch. So glaubt er, dass auch viele für April und Mai geplante Protestaktionen wegen der Euro-Krise ganz nebenbei auf den linken Wahlkampf ausstrahlen könnten.

Zwar müssen alle Parteien ihre Personalfragen in den nächsten Wochen noch klären, doch drei Kandidaten dürften als gesetzt gelten: Die Landtagsabgeordneten Armin Laschet für die CDU, Karl Schultheis für die SPD und Reiner Priggen für die Grünen.

„Ich sehe eine erneute Kandidatur als Herausforderung an”, sagte Schultheis, der weiterhin gute Perspektiven für Rot-Grün im Land sieht. „Die Regierung hat gut gearbeitet”, sagt er. In dieser Sicht ist er sich einig mit Grünen-Sprecherin Sabine Göddenhenrich: „Die Zusammenarbeit war unter erschwerten Bedingungen sehr positiv. Rot-Grün ist ein gutes Modell für die nächste Regierung.”

Während Aachens CDU-Chef Armin Laschet in Düsseldorf von einem Termin zum nächsten hetzte, konnten die sich überstürzenden Ereignisse seinen Stellvertreter Heinz Lindgens in der Aachener Zentrale nicht aus der Ruhe bringen: „Wir machen ja eigentlich immer mit guter Arbeit Wahlkampf”, sagte er. Er geht davon aus, dass die CDU stärkste Kraft im Land wird. Eine schwarz-rote Mehrheit wäre ihm anschließend nicht unangenehm.
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