Aachen - Nun startet Kyle in sein neues Leben: „Weltbrücke” finanziert Herz-OP

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Nun startet Kyle in sein neues Leben: „Weltbrücke” finanziert Herz-OP

Von: Amien Idries
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Kyle und seine Eltern (Mitte) reisen nach der rettenden Herz-OP zurück auf die Philippinen. Hinten von links Claudia Berning (Hausleitung Ronal Mc-Donald-Haus), Irene Meuser und Inge Plum („Weltbrücke”), Dirk Kamitz, Dimitrios Gkalpakiotis und Prof. Eberhard Mühler (Kinderkardiologie am Uniklinikum) sowie Prof. Jaime Vázquez-Jiménez, der den Dreijährigen operierte. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Bei seiner Abschiedsfeier sieht man Kyle Gatdula und seinen Eltern die körperlichen und seelischen Strapazen der letzten Jahre kaum an. Gesund und munter spielt der Dreijährige mit seinen Spielkameraden und genießt damit das, was für viele Kinder Normalität ist, für ihn aber erst seit zwei Monaten zum Alltag gehört.

Nach einer komplizierten Herzoperation und knapp drei Monaten Aufenthalt in Aachen geht es demnächst wieder ins heimatliche Manila auf den Philippinen. Damit endet für die Familie eine fast dreijährige Odyssee zwischen Hoffen und Bangen.

Nach seiner Geburt am 15. Oktober 2005 wurde bei Kyle ein schwerer Herzfehler diagnostiziert. Die Wand zwischen den Herzkammern wies ein großes Loch auf, und es bestand keine Verbindung von rechter Herzkammer zur Lungenschlagader. „Dies hat eine massive Sauerstoffunterversorgung zur Folge und führt ohne chirurgischen Eingriff unweigerlich zum Tod”, erklärt Professor Eberhard Mühler, Kinderkardiologe am Klinikum der RWTH.

Da die philippinische Krankenversicherung die Kosten für einen solchen Eingriff nicht trägt, nahm die Familie via Internet Kontakt zu humanitären Organisationen auf. „Wir haben Hunderte E-Mails geschrieben und nur ganz wenige Rückmeldungen erhalten”, erzählt Ann, die Mutter von Kyle.

Eine dieser Antworten kam aus Aachen vom gemeinnützigen Verein „Weltbrücke”. „Wir haben einen Spendenaufruf gestartet, um die Behandlung auf den Philippinen zu finanzieren”, sagt Inge Plum, die Vorsitzende des Vereins.

Als die Finanzierung gesichert war, tauchte jedoch das nächste Problem auf. Es stand keine für die Operation notwendige Spenderherzklappe zu Verfügung. „Die Bereitschaft, Organe zu spenden, ist in Asien aus religiösen Gründen gering ausgeprägt”, erläutert Professor Jaime Vázquez-Jiménez, Kinderherzchirurg am Uniklinikum, die Problematik. Darum würden solche Operationen dort auch selten ausgeführt.

Nachdem sich der gesundheitliche Zustand von Kyle verschlechtert hatte, entschied sich Inge Plum dazu, den Spendenaufruf zu erneuern und das nötige Geld für eine Operation in Aachen zu sammeln. Dank zahlreicher Spender, zu denen auch „Ein Herz für Kinder” und die Lambertz-Gruppe gehörten, konnte Plum im November 2008 der Familie Gatdula mitteilen, dass 42.000 Euro zusammengekommen waren. „Als mich die E-Mail mit dieser Nachricht erreicht hat, habe ich nur noch geweint”, berichtet die dankbare Ann Gatdula.

Dann ging alles ganz schnell. Nach der Ankunft am 12. Dezember wurde Kyle bereits vier Tage später operiert. 14 Stunden benötigte das Team um Professor Vázquez-Jiménez für den aufwendigen Eingriff. Nach 20 Tagen stationärer Betreuung konnte der Kleine das Krankenhaus verlassen und erholt sich seitdem mit seinen Eltern im Ronald McDonald-Haus. Nach allerlei „exotischen” Erlebnissen wie beispielsweise einem Besuch im Aachener Tierpark und Toben im Schnee steht nun die Heimreise in ein neues Leben an.
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