Aachen - Nun soll doch wieder Björn Jansen ran

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Nun soll doch wieder Björn Jansen ran

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Will 2014 nicht für das Amt des Aachener Oberbürgermeisters kandidieren: Thomas Hissel (SPD). Foto: Michael Jaspers

Aachen. Fünf Monate vor der Kommunalwahl steht die Aachener SPD noch ohne Spitzenkandidat da. Nachdem zunächst Björn Jansen Ende Oktober eine Kandidatur für den Posten des Oberbürgermeisters aus privaten und beruflichen Gründen ausgeschlossen hat, hat am Montag auch Thomas Hissel erklärt, nicht für das Amt kandidieren zu wollen.

Das Dilemma könnte für Aachens größte Oppositionspartei kaum größer sein, doch Parteichef Karl Schultheis äußerte sich am Dienstag zuversichtlich, schon Ende nächster Woche „einen aussichtsreichen OB-Kandidaten“ präsentieren zu können. Wie es aussieht, könnte der nun doch wieder Björn Jansen heißen.

Jansen hat sich Bedenkzeit bis Ende der Woche erbeten: „Ich bin kein guter Turner, ein Salto rückwärts ist für mich nicht so einfach“, erklärter er auf Nachfrage. Grundsätzlich habe sich seine familiäre und berufliche Situation seit Bekanntgabe seines Verzichts ja nicht geändert. Die Anforderungen, die der Wahlkampf und das Amt mit sich bringen würden, seien damit nur schwer vereinbar. Zugleich sehe er aber auch die große Verantwortung für seine Partei, die bislang keinen Kandidaten hat. „Ich muss das in den nächsten Tagen mit meiner Frau, meiner Familie und mit Freunden in Ruhe besprechen.“

Als zweite Wahl würde er sich jedenfalls nicht fühlen. „Ich bin ja schon sehr lange als Bürgermeister aktiv und würde mir auch das Oberbürgermeisteramt zutrauen.“ Rückendeckung dafür habe er innerhalb der Partei ohnehin stets gespürt. Seine Absage an eine Kandidatur hat der 36-Jährige jedoch auch damit begründet, seiner Familie und der Betreuung seiner beiden Kinder Vorrang einzuräumen und zudem den Weg in die Selbstständigkeit zu verfolgen. Jansens Frau Daniela hat im Landtagswahlkampf 2012 das Direktmandat gegen Armin Laschet geholt und ist seitdem stark in Düsseldorf eingespannt.

Offenes Geheimnis ist aber auch, dass Parteichef Schultheis dem Verwaltungsmann Hissel den Vorzug bei der OB-Kandidatur geben wollte. Dass Hissel nun zurückzieht, durchkreuzt dessen Pläne. „Schade, er wäre ein sehr guter Kandidat gewesen aber ich muss das respektieren“, sagt Schult­heis. Es sei jedoch generell immer schwieriger, gerade auch jüngeren Leuten den Rahmen zu bieten, der ihnen eine Kandidatur ermöglicht.

Ähnlich wie Jansen hat auch Hissel seine Absage nun mit der beruflichen und privaten Situation begründet. Nachdem er am Montag die Parteigremien informiert hat, ließ er am Dienstag per Presseerklärung unter anderem mitteilen: „Als Mitarbeiter der Stadt Aachen und damit letztlich des amtierenden Oberbürgermeisters, als Vater von sehr kleinen Kindern und in der breiten Öffentlichkeit bisher weitestgehend unbekannt, passen die Voraussetzungen ein knappes halbes Jahr vor der Wahl nicht zu einer Kandidatur.“ Indirekt beklagt er in einem Nachsatz aber auch Versäumnisse der Parteispitze: „Die Aufbauarbeit eines passenden Kandidaten oder einer Kandidatin und die Schaffung aller notwendigen Voraussetzungen brauchen Jahre und lassen sich nicht in wenigen Monaten nachholen.“

Hissel, der sich selbst als „in Aachen verwurzelten Sozialdemokraten“ beschreibt, betont zugleich, am anstehenden Wahlkampf und an der zukünftigen Entwicklung der Aachener SPD weiter mitwirken zu wollen. Unter anderem wird er gemeinsam mit Björn Jansen und Michael Servos, Fraktionsvorsitzender in spe, das Wahlprogramm erarbeiten.

Laut Schultheis will der SPD-Vorstand Ende nächster Woche einen OB-Kandidaten gegen Amtsinhaber Marcel Philipp in Stellung bringen. Vieles deutet nun auf Jansen hin. „Auf meine Bitte, seine Entscheidung nochmal zu überdenken, hat er positiv reagiert“, sagt Schultheis. Endgültig wird die Partei am 25. Januar festlegen, mit welchen Kandidaten sie in den Wahlkampf ziehen will.

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