Nun soll der Felsendom auf Reisen gehen

Von: Christopher Gerards
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Aachens Burgenkundler haben den Jerusalemer Felsendom nachgebaut. Sie planen nun eine Wanderausstellung, die jedoch ohne Sponsoren nicht verwirklicht werden kann. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Immer wenn Bernhard Siepen in den letzten Wochen in seinem Arbeitszimmer getüftelt hat, habe er es gespürt: Dieses Gefühl vom mittelalterlichen Jerusalem. Heute, zwei Monate nach dem ersten Klötzchen, steht Architekt Siepen wieder in seinem Arbeitszimmer.

Eng ist es geworden, wo der Holz-Nachbau des Felsendoms zu Jerusalem thront - mit der goldenen Kuppel, den Figuren auf dem Vorplatz, den Teppichen im Inneren. Es soll wirken wie im 13. Jahrhundert. Eine historische Welt auf vier Quadratmetern.

Bernhard Siepen ist Vorsitzender der Gesellschaft für Internationale Burgenkunde, mit Sitz in seinem Haus im Aachener Süden. Wie der Name sagt: Man hat in den letzten Jahren vor allem Burgen nachgebaut. Doch vor anderthalb Jahren kam Nadeem Elyas mit einer Idee zu Siepen. Ob er nicht mal den muslimischen Felsendom in Jerusalem nachbauen könne, fragte der ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland.

Siepen konnte - zusammen mit seinem Sohn Michael. Zwei Monate arbeiteten die beiden, sägten und schnitten, stapelten und sprühten. 15.000 Teilchen, 1000 Euro Kosten. „Das hat schon einen Applaus verdient”, findet Tischlergeselle Michael Siepen, der Sohn.

Bernhard Siepen findet das auch, aber für ihn ist das ja nur der Anfang. Wenn er von dem Holzbau in seinem Arbeitszimmer spricht, nennt er das: „Inspirationsmodell”. Denn er will raus aus diesem engen Arbeitszimmer, rein in die weite Welt - mit einer Wanderausstellung, die den Titel tragen soll: „Pilgerreise nach Jerusalem - Begegnung von Orient und Okzident”.

Siepen erzählt dann von den Kreuzzügen zwischen 1099 und 1291, dass Jerusalem „blutig erobert” wurde. Aber er spricht auch über den kulturellen Austausch von Christen und Muslimen im 12. und 13. Jahrhundert, von Friedenszeiten: „Die Kreuzfahrerzeit war zwar keine glückliche, aber es gab damals auch friedliche Perioden. Phasen, in denen Christen und Muslime voneinander gelernt haben.” Das wolle er zeigen mit der Ausstellung. Deswegen soll ein noch größeres Modell des muslimischen Felsendoms her - und ein ebenso großes Modell der christlichen Grabeskirche.

Bernhard Siepens Problem ist, dass so etwas viel Geld kostet. „Mehrere hunderttausend Euro”, sagt der Architekt, der nun auf Spenden angewiesen ist. Deswegen wolle er auch in den Vatikan reisen. Ob er zum Papst komme, könne er nicht sagen. Wohl eher nicht. Aber mit einem Kardinal sprechen möchte Siepen, einem der „Türen öffnen kann und damit Geldgeber finden”.

Der Nachbau des Felsendoms kann am Mittwoch, 8. Februar, zwischen 9 und 17 Uhr bei Burgenkundler Siepen, Grindelweg 4, besichtigt werden. Vorherige Anmeldung erbeten, telefonisch unter 0241/604500 oder per Mail: GIB-Aachen@burgenkunde.de.

Außerdem findet am Montag, 13. Februar, ein Vortrag statt zum Thema „Der Umbau der Grabeskirche in Jerusalem durch Kreuzfahrer”. Professor Jürgen Krüger vom Karlsruher Institut für Technologie spricht ab 18 Uhr im Hörsaal FO 6 des Kármán-Auditoriums, Eilfschornsteinstraße 15.
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