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Nun jagen noch mehr Mädchen hinterm Ball her

Von: Nina Krüsmann
Letzte Aktualisierung:
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Ihre neuen Bälle nehmen die fußballbegeisterten Mädchen gleich in Gebrauch. Ganz hinten von links die beiden Trainerinnen Nejbir Acar und Halime Bilen. Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Fußball ist ein wichtiger Integrationsmotor in unserer Gesellschaft“, sagt Uschi Brammertz vom Aachener Förderverein Integration durch Sport. Besonders junge Menschen, auch Mädchen, seien von der populären Sportart fasziniert.

„Doch besonders für Mädchen mit Migrationshintergrund ist der Zugang zu dieser Sportart oft schwierig“, weiß Brammertz. Genau hier setzt das Projekt „Mädchen mittendrin – Mehr Chancen für Mädchen durch Fußball“ an.

Seit 2009 bietet sich dadurch ganz besonders Mädchen mit Zuwanderungsgeschichte die Möglichkeit, ihr Talent zu entdecken und ihre Fußballleidenschaft auszuleben. Seit zwei Jahren gibt es bereits je zwei sehr erfolgreiche Mädchen-Fußball-AGs an der Grundschule Barbarastraße und der Grundschule Düppelstraße.

„Zum Aufbau weiterer AGs fehlte trotz großer Nachfrage der Grundschulen aber bisher das nötige Geld. Nun hat der Integrationsrat der Stadt Aachen in ganz großartiger Weise ein Budget bewilligt, mit dem weitere Mädchen-Fußball-AGs finanziert werden können“, erklärt Hans Georg Suchotzki, Vorsitzender des Aachener Fördervereins Integration durch Sport.

Zwei Schulen gehen jetzt mit neuen Mädchen-Fußball-AGs an den Start, nämlich die Katholischen Grundschulen Mataréstraße und Passstraße. Unterstützung erfährt das Projekt neben dem Förderverein Integration durch Sport durch die Landesregierung in Form des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport.

Halime Bilen trainiert die 44 Mädchen an der Mataréstraße und 20 Kinder an der Passstraße, Nejbir Acar die zwei Mädchengruppen an der Barbarastraße. „Unsere Erfahrungen sind absolut positiv, die Mädchen bleiben lange dabei und trainieren regelmäßig mit“, betont die eine der beiden türkischstämmigen Fußballtrainerinnen, Nejbir Acar.

Die 20-Jährige ist in Aachen aufgewachsen, wohnt selbst an der Barbarastraße und kennt ihre Schützlinge aus dem Alltag. Genau solch ein persönlicher Zugang ist wünschenswert zum Gelingen des Projekts. Viele der jungen Frauen würden keinen Zugang zu diesem Hobby finden, wenn der Trainer männlich wäre und selbst keinen Migrationshintergrund hätte.

In der Turnhalle der KGS Mataréstraße kamen die Projektverantwortlichen jetzt mit Katharina Althoff , der Landeskoordinatorin des Projekts von der Universität Duisburg-Essen, zusammen, um sich vor Ort ein Bild von der Fußballbegeisterung der Mädchen zu machen. Starterpakete in Form von 20 Fußbällen und Leibchen hatte Althoff für die jungen Sportlerinnen mitgebracht. Natürlich sind auch Mädchen ohne Zuwanderungsgeschichte in den AGs willkommen. Die Kooperation mit schulnahen Fußballvereinen wird gesucht, um ein regelmäßiges Üben und Trainieren möglich zu machen.

„Diese Form der Vernetzung birgt natürlich auch enormes Nachwuchspotenzial“, freut sich Stadtrat Klaus-Dieter Jacoby, Vorsitzender von Rhenania Rothe Erde. Er engagiert sich in der Politik ebenso, wie sich Bürgermeisterin Hilde Scheidt, Vorsitzende der Lenkungsgruppe des Integrationsrates, für das Projekt stark macht.

Schulleiterin Walburga Plum-Brinskelle von der KGS Mataréstraße und Ursula Milde-Reimertz, Konrektorin der KGS Passstraße, betonen, dass Mädchenfußball auch vorher schon sehr beliebt bei den Schülerinnen war: „Unsere Mädels sind da sehr stark interessiert.“ „Die Zahl der fußballinteressierten Mädchen an der Mataréstraße ist in Aachen bislang ein Rekordzulauf“, betont auch Brammertz. Viele weitere Schulen hätten ihr Interesse bereits bekundet. Die Suche nach Kooperationspartnern bei den lokalen Fußballvereinen und finanzieller Förderung geht deshalb weiter.

Die Vorfreude auf ein Fußballcamp bei Simmerath und ein großes Turnier am Pfingstwochenende ist bei den Fußballerinnen aller vier Schulen groß.

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