Aachen - NRW-Familienministerin Ute Schäfer besucht Familienzentrum Rokoko

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NRW-Familienministerin Ute Schäfer besucht Familienzentrum Rokoko

Von: Werner Breuer
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„Sie warten sicher nicht auf
„Sie warten sicher nicht auf mich, sondern auf ihre Kinder.” Familienministerin Ute Schäfer begrüßte bei ihrem Besuch im Familienzentrum Rokoko auch einige Eltern, bevor sie sich über die Arbeit der Einrichtung informierte. Foto: Ralf Roeger

Aachen. In einem Mehrzweckraum der Kindertagesstätte Rokoko wird Familienministerin Ute Schäfer ganz hellhörig. Eigentlich müsste der von zwei Gruppen genutzte Platz unterteilt werden, berichtet Einrichtungsleiter Michael Fegers, so verlangten es irgendwelche Vorschriften. „Wäre doch schade” meint Fegers, „wir wollen doch, dass die Kinder aus beiden Gruppen sich hier auch mal treffen.”

Für derartige Probleme gibt es seit einigen Monaten eine „Taskforce” beim Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. „Wir gucken uns vor Ort um und versuchen, die Dinge ganz pragmatisch nach den Wünschen der Einrichtungen zu entwickeln”, erklärt Ute Schäfer ihren Besuch im Aachener Familienzentrum an der Robert-Koch-Straße.

Die Einrichtung stehe „mitten im Leben”, meint Jugenddezernent Wolfgang Rombey. Wohlweislich haben die Aachener die Ministerin nicht in einem schnieken Neubau in einer hübsch aufgeräumten Nachbarschaft empfangen, sondern in einem problematischen Quartier.

Die städtischen Notunterkünfte prägen das Bild, Drogensucht und Kriminalität sind mehr als nur abstrakte Bedrohungen. Früher sei an fast jedem Wochenende in die Kita eingebrochen worden, berichtet Ursula Braun-Kurzmann, die Geschäftsführerin des Kita-Trägers Sozialdienst katholischer Frauen (SkF). „Aber wir konnten uns ja nicht immer mehr abschotten”, sagt Braun-Kurzmann, „also haben wir aufgemacht.”

Heute bietet das Familienzentrum Sprach- und Integrationskurse an, die vor allem von den Müttern gut angenommen werden. Es gibt einen Nachbarschaftstreff und Sportangebote, Sozial- und Jugendamt sind ebenso präsent wie die Erziehungsberatung. Es sei ja eben der Sinn von Familienzentren, so die SkF-Geschäftsführerin, solche Angebote vor Ort zu bündeln. Rokoko wirke mitunter wie eine Insel der Seligkeit, glaubt Dezernent Rombey.

„Aber sobald wir auf die Straße gehen”, schränkt Einrichtungsleiter Fegers ein, „sind wir wieder in der Realität.” Dennoch sieht er immer wieder kleine Fortschritte, etwa bei einer Frau, die lange Jahre auf seine Begleitung bei Behördengängen angewiesen war und es nun alleine schafft. Ein solches Familienzentrum brauche halt einen langen Atem, weiß auch Elke Münich vom städtischen Fachbereich Kinder, Jugend und Schule, schnelle Erfolge seien da nicht zu erwarten. Prävention zahle sich langfristig aus, glaubt auch Rombey, „das sieht man nicht direkt”.

Spezielles Raumkonzept

Michael Fegers sieht immerhin, dass die Eltern das Familienzentrum zu schätzen wissen. „Die engagieren sich für die Einrichtung.” Die meisten haben einen „Migrationshintergrund”; beim letzten Durchzählen hat der Rokoko-Leiter 17 Nationalitäten bei 74 Kindern ausgemacht. Derzeit werden zwölf Kinder unter drei Jahren betreut.

Für die ganz Kleinen muss die Kita einen gehörigen Aufwand betreiben. Gefordert sei unter anderem ein bestimmtes Raumkonzept, das wohl auch einen Anbau nötig macht. Und auch eine Trennwand im Mehrzweckraum?

Dr. Markus Warnke will sich nun darum kümmern. Als Leiter der „Taskforce U3” sieht er seine Aufgabe darin, bürokratische Hindernisse beim Ausbau von Betreuungsplätzen für unter Dreijährige aus dem Weg zu räumen. Viele Behörden reden da mit, weiß Dezernent Rombey, vom Gesundheitsamt bis hin zum Brandschutz. In dieser Gemengelage wollen Warnke und sein Team „sehen, was geht”.

Die Aachener Wünsche zum Thema Raumkonzept werde man als „Hausaufgabe” mitnehmen nach Düsseldorf, verspricht auch die Ministerin. „Wir wollen ja nicht, dass sie da auf einen Platz verzichten müssen.”
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