NRW-Arbeits- und Sozialminister macht Station im Frankenberger Viertel

Von: td
Letzte Aktualisierung:
5560281.jpg
Mission Mindestlohn: Nur rund 50 Interessierte verfolgten auf dem Neumarkt das Gespräch von Moderator Manni Breuckmann (r.) mit NRW-Arbeits- und Sozialminister Guntram Schneider.

Aachen. Guntram Schneider hatte sich in Rage geredet. Der Arbeits- und Sozialminister von NRW ist ein kräftiger Mann, ein erfahrender Politiker. Kommt er auf die Fußballrivalität zwischen Dortmund und Gelsenkirchen zu sprechen, dann blitzt ihm der Schalk aus den Augen – am Samstagvormittag auf dem Frankenberger Neumarkt war ihm aber nicht zu Scherzen zu Mute.

Zu wichtig ist ihm sein Anliegen, seine Mission: ein flächendeckender Mindestlohn von 8,50 Euro. „Wir wollen Minijobs und Leiharbeit nicht verbieten, nur zivilisieren. 8,50 Euro ist nicht viel. Das ist gerade ein Hartz-IV-Deluxe“, so Schneider.

Um den Mindestlohn durchzusetzen, hat der SPD-Landespolitiker die Initiative „Faire Arbeit – fairer Wettbewerb“ ins Leben gerufen. Dafür kämpft Schneider nicht hinter verschlossenen Parla-mentstüren und Landtagsaus-schüssen, sondern auf der Ebene der Bürger (oder vielmehr Wäh-ler), auf den Straßen und Markt-plätzen des Landes. Er sucht das Gespräch und den Kontakt.

Seit letztem Monat tourt Schnei-der durch Nordrhein-Westfalen, war schon in Münster, Dortmund oder Düsseldorf. Am Samstag war dann Aachen an der Reihe. Rund 50 Besucher kamen zu der Veranstaltung – hauptsächlich SPD-Anhänger und Gewerkschaftler.

Der Minister und sein Team wol-len prekäre Beschäftigungsverhältnisse herunterfahren sowie mit den Bürgern über Minijobs, Niedriglöhne und Leiharbeit re-den. „Die größte ökonomische Gefahr besteht nicht in hohen Löhnen, sondern in der geringen Binnennachfrage. Mit dem Mindestlohn stärken wir die Kaufkraft. Nicht billiger müssen wir werden, sondern besser“, erklärt Schneider die wirtschaftliche Situation.

Auf dem Neumarkt wirkte der SPD-Landesminister zu jeder Diskussion bereit. Dazu bedarf es allerdings eines Kontrahenten – und dieser fehlte gänzlich auf dem Frankenberger Neumarkt. Weder FDP- noch Arbeitgebervertreter waren anwesend, obwohl gerade sie der Veranstaltung interessante Akzente hätten verleihen können.

Oberbürgermeister Philipp (CDU) argumentierte unaufgeregt und sachlich aber mit weniger Elan als der Minister: „Der Normalfall ist ein ausgehandelter Tarifvertrag. Nur da, wo es keinen gibt, bedarf es einer Lohnuntergrenze.“ Eine direkte Konfrontation zwischen Minister und Oberbürgermeister blieb aus. Philipp: „Die Positionen sind ähnlich, wir müssen aufpassen, dass wir nicht nur eine ideologische Diskussion führen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert