Aachen - Noppeney-Garde: Zu laut auf die Trumm gekloppt?

Noppeney-Garde: Zu laut auf die Trumm gekloppt?

Von: Gerald Eimer
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Gefahr für die Gesundheit? Weil die Noppeney-Garde zu laut trommelt, soll sie gebändigt werden. Deren Vertreter fürchten, dass sie künftig altes Brauchtum nicht mehr pflegen dürfen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Wie geht eigentlich leise trommeln? Vor dieser Frage stand Anfang letzter Woche die Noppeney-Garde, die seit exakt 35 Jahren im Rosenmontagszug mitmarschiert und dabei kräftig auf die Zimm haut.

Im trügerischen Glauben, dass Narren in der fünften Jahreszeit immer im Recht sind, wollten die gut 30 Noppeneys und ihre Noppeninchen erneut mächtig Lärm machen und für Stimmung auf der Straße sorgen - und kassierten dafür eine Rüge von der Zugleitung. „Zu laut” habe es geheißen, wie Ingrid Reinartz ebenso überrascht wie enttäuscht erklärt.

Mit ihrem Mann ist Ingrid Reinartz seit 17 Jahren in der Noppeney-Garde aktiv. Stets frohgelaunt, unbekümmert und felsenfest davon überzeugt, dass es im Karneval gar keinen Lärm geben kann. Allenfalls lautstark ausgedrückte und musikalisch untermalte Freude; nervtötend höchstens für Westfalen.

Umso unglaublicher findet sie es, dass es beim Rosenmontagszug Lärmmessungen gibt. „Wir wollen doch niemanden ärgern, wir wollen das Brauchtum pflegen.” Sie erinnert daran, dass mit den Trommeln früher die bösen Geister des Winters ausgetrieben wurden. Es sei schon „sehr engstirnig”, wenn man diese Sitte nicht mehr pflegen dürfe. Sie fragt sich nun, wer sich über die Noppeneys beschwert haben könnte und ihnen das Trommeln verbieten will.

Das herauszufinden, scheint inzwischen fast unmöglich zu sein. Zwar bestätigt Zugleiter Günther Hintzen, dass es seit exakt drei Jahren Lärmmessungen beim Rosenmontagszug gibt, warum die veranlasst wurden, lässt sich jedoch nicht recht klären.

Durchaus sinnvoll, wie Fachleute meinen. Lärm lasse das Herz schneller schlagen und den Puls rasen. 90 Dezibel seien bereits eine erhebliche Belastung für den Körper - so laut ist ein vorbeibrausender Lkw.

Dennoch meint auch Hintzen, dass eine Trommel eine Trommel ist. Die muss geschlagen und könne schließlich nicht gestreichelt werden. So bleibt unklar, wer die Noppeneys vergangene Woche vom Trommeln abhalten wollte. Die Chancen stehen gut, dass sie im nächsten Jahr wieder auf die Zimm hauen und nicht - wie bereits befürchtet - auf Triangel umschulen müssen.
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