Aachen - Noch viele Ideen für die Kita „Bunte Erde“

AN App

Noch viele Ideen für die Kita „Bunte Erde“

Von: Kathrin Albrecht
Letzte Aktualisierung:
17381694.jpg
So gemischt wir das Viertel: Die AWO-Kita „Bunte Erde“ kombiniert die Tradition des Viertels mit neuen Einflüssen und Kulturen.

Aachen. Genau ein Jahr ist die Kindertagesstätte im Wohnquartier „Guter Freund“ alt. Und jetzt, zum ersten Geburtstag, ist die Kita mit 80 Kindern in fünf Gruppen nicht nur voll belegt und hat einen schönen Außenbereich bekommen, sondern trägt auch einen Namen: „Bunte Erde“ lautet er, wurde aus rund 100 Vorschlägen von Kindern, Eltern und den Kollegen ausgewählt.

„Bunte Erde“ verweist zum einen auf den Stadtteil Rothe Erde, zum anderen auf die Vielfalt der Menschen im Quartier und in der Einrichtung selbst. Kinder aus 19 Nationen besuchen die Kita, bunt gemischt, aus Deutschland, Belgien, Frankreich, den USA, China, Ghana, Togo, der Türkei oder Syrien kommen die Kinder. „Das spiegelt auch die Internationalität der Stadt Aachen wider, in der sich, auch bedingt durch die RWTH, Menschen verschiedener Nationen niederlassen“, findet Jane Amoateng, die gemeinsam mit Jana Glauben die Einrichtung leitet.

Zum neuen Kindergartenjahr nimmt die Kita außerdem noch ein weiteres Projekt in Angriff. „Wir machen uns auf dem Weg zur Zertifizierung zum Familienzentrum“, erklärt Özgür Kalkan, Geschäftsführer des Kita-Trägers, der Arbeiterwohlfahrt. Dafür gebe es im Quartier gute Voraussetzungen. Im Oktober soll die Seniorentagespflege im Wohnquartier einziehen, die ebenfalls von der AWO getragen wird.

Hier sehen Kalkan, Glauben und Amoateng verschiedene Ansätze, um generationenübergreifende Projekte anzubieten: „Wir könnten uns vorstellen, dass die Kita-Kinder und die Senioren gemeinsam den Garten der Tagepflege gestalten, zum Beispiel ein Käuterbeet anlegen. Auch Vorlesestunden wären eine Möglichkeit“, erzählt Glauben.

Darüber hinaus soll es Angebote geben, die alle Familien im Quartier nutzen können, unabhängig davon, ob die Kinder die Kita besuchen. Pekip-Kurse sollen ebenso dazugehören wie Eltern-Kind-Yoga, Tanzen im Rahmen des Elterncafés oder Ernährungsberatung.

Für die Angebote sucht die Kita noch Kooperationspartner und Sponsoren, die die Angebote unterstützen. „Schön wäre es, wenn wir eine Art Mittelpunkt des Quartiers würden, wo sich alle aufgehoben fühlen“, sagt Amoateng. Nach einem Jahr gibt es vom Land eine Evaluationsphase. Entspricht das Konzept den Vorstellungen der Prüfer, gibt es danach das Zertifikat zum Familienzentrum. Dann kann die Kita auch Fördermittel beantragen, um Angebote weiter auszubauen.

Insgesamt betreuen jetzt 15 Kräfte, Erzieherinnen, Kinderpflegekräfte, Sonderpädagogen, die Kinder. „Wir hätten kein Problem gehabt, die Gruppen gleich zu Beginn zu füllen“, sagt Glauben.

Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel ist ein Problem, sagen alle drei. Doch auch die Finanzierung der Kitas sei schwierig. Özgür Kalkan hat einen Tag in einer anderen Kita hospitiert, um sich ein Bild von der Arbeit zu machen. „Gerade in den U3-Gruppen geht der Betreuungsschlüssel mit drei Betreuern an der Realität vorbei“, sagt Kalkar. Er würde sich wünschen, dass die Politik das Kinderbetreuungsgesetz grundlegend reformierte, Geld in die Hand nähme und nicht nur Rettungspakete schnüre.

Doch hier und jetzt will die Kita „Bunte Erde“ sich erst einmal auf den Weg zum Familienzentrum machen. Den Vorschlag zum Kita-Namen hatte übrigens die Kollegin Stella Johnen eingereicht. Ihre „Belohnung“, eine kleine Digitalkamera, will sie dazu nutzen, viele bunte Momente in der Kita „Bunte Erde“ festzuhalten.

 

Die Homepage wurde aktualisiert