Noch sitzt der Chef des Wahlamts allein in seinem Büro

Von: Achim Kaiser
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Da lächelte Michael Riese noc
Da lächelte Michael Riese noch. Bei der Zensuserhebung im vergangenen Jahr hatte der Leiter des städtischen Wahlamtes alles im Griff. Die bevorstehenden Landtagswahlen indes kommen für ihn einigermaßen überraschend. Foto: Harald Krömer

Aachen. Michael Riese hatte am Mittwoch eine schlaflose Nacht. Die überraschende Meldung von den Neuwahlen in Nordrhein Westfalen traf den Leiter des Wahlamts ins Mark. Viele Gedanken schwirrten durch seinen Kopf und ließen ihn nicht zur Ruhe kommen.

Denn sein Sachbereich ist personell - vorsichtig formuliert - derzeit dünn besetzt. Genauer gesagt sitzt der Mann allein in seinem Büro. Seine Sekretärin ist an eine andere Behörde „ausgeliehen”, ebenso die Stellvertreterin. Das Wahlamt ist nämlich nur saisonal komplett besetzt. Also immer, wenn Wahlen anstehen, wird es personell auf 15 Leute aufgestockt. Und die Planungen liefen auf das Jahr 2015 hin.

Rieses großes akutes Problem: Jetzt sollen schon Anfang Mai, entweder am 6. oder 13. Mai, Aachens Bürger zur Wahlurne gebeten werden. „Wie das alles klappen soll, weiß zur Minute noch keiner”, gesteht der Chef des Wahlamts: „Ich bin, ehrlich gesagt, sehr besorgt.”

„Es muss klappen, und es wird klappen”, sagt Stadtsprecher Hans Poth. Normalerweise beginnen die Vorbereitungen auf eine Wahl rund vier Monate vor dem eigentlichen Termin. Für Riese und sein momentan vakantes Amt stehen aber diesmal nur knapp zwei Monate zur Verfügung. „Er wird alle Unterstützung bekommen, die er braucht”, verspricht Hans Poth. Dass in dieser Phase personell in anderen Bereichen Lücken aufgerissen werden, lässt sich nicht vermeiden, Gespräche mit dem Personalrat und dem OB-Büro sind bereits im Gange.

Hinzu kommt noch die Frage nach den Wahlhelfern. Rund 1400 werden in der Kürze der Zeit benötigt. „Aufgrund der vergangenen Wahlen und der vorliegenden Datenbank dürfte das noch eines der kleineren Probleme sein”, sagt Pressesprecher Poth.

Wie bei der letzten Landtagswahl am 9. Mai 2010 wird es in Aachen wieder zwei Wahlkreise geben, wahlberechtigt sind rund 175.000 Aachener Bürgerinnen und Bürger. Mit Blick auf den ursprünglich geplanten Wahltermin im Jahr 2015 sind 310.000 Euro Kosten veranschlagt. „Ob es jetzt wegen der Kurzfristigkeit teurer wird, ist noch offen”, sagt Poth. Vor zwei Jahren sind der Stadt vom Land immerhin 165.000 Euro zurückerstattet worden. Wie viel es dieses Jahr werden können, hängt ab von den beiden Faktoren Wahlberechtigte und Briefwahl.

„Wir stehen jetzt vor einer riesigen Herausforderung”, sagt Michael Riese. Seine Vorbereitung auf den großen Wahltag in Aachen hat vorgestern begonnen - mit der schlaflosen Nacht.
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