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Noch keine Entwarnung bei Augengrippe

Von: Jutta Geese und Rudolf Teipel
Letzte Aktualisierung:

Alsdorf/Aachen. Die Augen sind gerötet, sie tränen und jucken, die Lider sind geschwollen: All das sind typische Symptome der sogenannten Augengrippe, einer hochansteckenden Entzündung. Offenbar grassiert diese derzeit in der Region.

Offizielle Zahlen hat das städteregionale Gesundheitsamt allerdings nicht. Denn in der Regel werde die Infektion nicht per Laborbefund nachgewiesen, und sie sei nicht meldepflichtig, erklärt Detlef Funken, Pressesprecher der Städteregion. „Wir wissen auch nichts von einer Häufung von Fällen“, sagt er. In Alsdorf allerdings scheint es dennoch mehrere Fälle zu geben. Das berichtet eine Leserin von dort. Sie und ihre beiden Söhne seien an der Augengrippe erkrankt.

Und in der Augenarztpraxis in Würselen habe sie erfahren, dass allein dort „innerhalb kürzester Zeit zehn Fälle aus Alsdorf“ behandelt worden seien. Sie selbst sei jetzt für zwei Wochen krankgeschrieben und solle ihr Haus nicht verlassen, berichtet sie.

Fehlanzeige in Sachen Augengrippe dagegen in Aachen. Professor Dr. Bernd Bertram, Leiter einer großen Augenheilkundepraxis in der Innenstadt, kann sich nur an einen Augengrippe-Fall kurz vor Weihnachten erinnern.

Aufwändige Diagnose

Das aber müsse nichts bedeuten, sagt der Mediziner, denn: „Die Augengrippe hat eine relativ lange Ansteckungszeit. Zehn bis 14 Tage können das schon sein.“ Zudem gibt der Augenspezialist zu bedenken, dass die Augengrippe nur schwer von der herkömmlichen Bindehautentzündung abzugrenzen sei. Eine aufwändige Diagnose ist dazu nötig, deren Kosten von den Kassen nicht übernommen werden.

Augenärztin Iris Pilorc aus Würselen stellt dazu fest, dass die Augengrippe regional sehr begrenzt auftreten kann. Sie sagt: Es ist immer möglich, dass es in einer Stadt zahlreiche Erkrankte gibt und in der Nebenstadt keinen einzigen.“

Bislang gibt es also in der Städteregion insgesamt betrachtet keine akute Häufung von Erkrankungen, aber Entwarnung kann deshalb noch nicht gegeben werden. Denn tatsächlich verbreitet sich die Augengrippe sehr schnell von Mensch zu Mensch.

Die Übertragung erfolgt fast immer über den Hand-Augen-Kontakt. „Absolut wichtig ist sorgfältige Handhygiene“, heißt es denn auch aus dem Gesundheitsamt. Und man sollte möglichst die Regel „Finger weg vom Gesicht“ einhalten.

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