Aachen - Niersteiner Hof: Die Flammen schlugen zehn Meter hoch

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Niersteiner Hof: Die Flammen schlugen zehn Meter hoch

Von: red
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Das ausgebrannte Gebäude mit Löschschaum: Hier wurden unter anderem ein Traktor, Heizöl und Dieselkraftstoff gelagert. Foto: M. Ratajczak

Aachen. Zehn Meter hoch schlugen am Donnerstag um 11 Uhr die Flammen aus dem Großen Niersteiner Hof in Vetschau im Nordwesten Aachens, die schwarze Rauchsäule war kilometerweit zu sehen. In Brand geraten war ein Teil des zur Laurensberger Straße hin gelegenen Wirtschaftsgebäudes, in dem unter anderem in getrennten Tanks 3000 Liter Dieselkraftstoff und Heizöl gelagert waren.

Einsatzleiter Erwin Lausberg: „Als wir ankamen, brannte es in diesem Teil sehr heftig.” Ein Kunststofftank war geschmolzen, so dass Kraftstoff in die Auffangwanne gelaufen war und sich entzündet hatte. Entdeckt worden war das Feuer von einer Nachbarin, die die Feuerwehr verständigte. „Es sah bedrohlich aus. Unsere erste Aufgabe war es, ein Ausbreiten der Flammen zu verhindern”, schildert Lausberg den Ablauf weiter. Die Bäuerin habe Angst um Kühe und die Strohvorräte in einem Nachbargebäude gehabt. Die Wehrleute, die mit drei Löschzügen mit insgesamt 40 Einsatzkräften anrückten, setzten zwei C-Rohre ein, um das brennende Gebäude, und ein Schaumrohr, um den brennenden Dieselkraftstoff zu löschen. So konnte man in der Tat erreichen, dass sich das Feuer nicht auf die anderen Gebäudeteile ausdehnte.

Eine Explosionsgefahr habe nicht bestanden, sagt Einsatzleiter Lausberg: „Der Flammpunkt liegt bei Dieselkraftstoff relativ hoch.” Wohl unterbrach der Notdienst der Stawag die Stromzufuhr, auch wurde die untere Wasserschutzbehörde hinzugezogen. Vorsichtshalber wurden die Oberflächenwasserkanäle abgesaugt und der Zulauf eines Fischteiches an der Grünenthaler Straße durch eine Ölsperre geschützt. Lausberg: „Wir haben nicht festgestellt, dass Öl freigesetzt worden ist.” Der größte Teil des Diesels sei wohl verbrannt. Nach einer halben Stunde sei das Feuer unter Kontrolle gewesen. Die Sicherungsarbeiten dauerten aber noch bis 15 Uhr.

Wie aber kann ein Kunststofftank mit 3000 Litern Diesel in Brand geraten? Diese Frage konnte am Donnerstag noch nicht geklärt werden. In den letzten Jahren hatte es eine Reihe von Brandstiftungen in bäuerlichen Anwesen im Außenbereich Aachens gegeben, auch Vetschau war betroffen. Die Kriminalpolizei hat jedenfalls ihre Ermittlungen aufgenommen, heute wird ein Sachverständiger die Brandursache zu ergründen suchen. Der Sachschaden wird von der Wehr auf 30 000 Euro geschätzt.

Der nach Zerstörung im 17. Jahrhundert wiederaufgebaute Große Hof ist einer von drei Niersteiner Höfen, deren Ursprung wahrscheinlich schon auf die Römerzeit zurückgeht, nahe der Römerstraße „Vicus Traiectensis” nach Heerlen, möglicherweise der Truppenversorgung dienend.

In jüngerer Zeit sorgte der Große Niersteiner Hof allerdings für eher negative Schlagzeilen. Anfang 2000 hatte der damalige Eigentümer einen Teil der historischen Anlage nach Auseinandersetzungen mit dem Denkmalschutz mit einem Bagger niedergelegt, 2002 brannte der Dachstuhl lichterloh. Zeitweise gehörte die Immobilie einem Entsorgungsunternehmer, der den Wiederaufbau einleitete, aber nie vollendete. Seit mehreren Jahren steht der Nordflügel im Rohbau und zerfällt langsam wieder.
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