Aachen - Nicht nur Ballack freut sich auf Malta

Nicht nur Ballack freut sich auf Malta

Von: Holger Richter
Letzte Aktualisierung:
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Bahn frei: Auf die Partie gegen Malta in Aachen freut sich Michael Ballack besonders, denn beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Nationalteams im Mai 2004 konnten ihn weder Peter Pullicino (links) noch die übrigen Malteser aufhalten. Ballack erzielte damals vier Tore. Foto: Imago/Werek

Aachen. Nina Ruge ist von Malta begeistert. „Malta verzaubert mit ganz eigenem Charme”, schwärmt die TV-Journalistin über die Mittelmeerinsel. „Man findet äußerst warmherzige und gastfreundliche Menschen, die dazu beitragen, sein mediterranes Ich zu entdecken”, beschreibt Ruge in ihrer Eigenschaft als Botschafterin des Fremdenverkehrsamtes Malta ihre Begeisterung.

Michael Ballack ist sehr wahrscheinlich ähnlich begeistert von dem Inselvölkchen. Vermutlich tragen die Malteser zwar weniger dazu bei, dass der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sein „mediterranes Ich” entdeckt. Dafür gestatteten sie ihm beim bislang letzten Spiel der beiden Nationalteams im Mai 2004 sage und schreibe vier Tore.

Damit trug Ballack den Löwenanteil zum 7:0-Sieg im Freiburger Dreisamstadion bei. Die übrigen Treffer erzielten Jens Nowotny, Torsten Frings und Fredi Bobic. Im Gegensatz zu den letztgenannten drei trägt Michael Ballack immer noch den Adler auf der Brust, entsprechend groß dürfte seine Vorfreude auf das nächste Treffen mit den kickenden Maltesern sein - am Donnerstag, 13. Mai, auf dem Aachener Tivoli.

Wolfgang Watzke freut sich ebenfalls riesig auf das erste offizielle A-Länderspiel in Aachen. Denn die Partie am Himmelfahrtstag ist nicht irgendein Freundschaftsspiel im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft, die knapp einen Monat später in Südafrika beginnt. Das Spiel gegen Malta ist vielmehr das fünfte Benefizspiel der deutschen Nationalmannschaft zugunsten der Egidius- Braun-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Kein Wunder also, dass sich der Geschäftsführer der Stiftung auf die Partie freut.

„Die Idee der Benefizspiele der Nationalmannschaft ist in den 90er-Jahren geboren”, erinnert sich Wolfgang Watzke. Nach einem Anschlag auf ein Aussiedlerheim in Solingen habe die Nationalelf unter dem Motto „Mein Freund ist Ausländer” ein Spiel gegen eine Ausländerauswahl ausgetragen. Nach Gründung der DFB-Stiftung Egidius Braun im Jahr 2001 seien dann solche sozialen Aktionen des DFB in der Stiftung gebündelt worden, wozu eben auch ein regelmäßiges Benefizspiel der Nationalmannschaft gehöre, erläutert Watzke.

„Mit dem Spiel verabschiedet sich die Nationalmannschaft alle zwei Jahre zu einem großen Turnier, wie Welt- oder Europameisterschaft.” Dazu werde in der Regel ein sportlich leichterer Gegner in ein mittelgroßes Stadion eingeladen, „weil es bei so einem Spiel, in dem der sportliche Anspruch eher geringer ist, einfacher ist, den sozialen Aspekt in Mittelpunkt zu stellen”.

Erstmals der Fall war das im Mai 2002 vor der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea, als die Auswahl Kuwaits mit 7:0 besiegt wurde, bevor zwei Jahre später, vor der Europameisterschaft in Portugal, das eingangs erwähnte Ballack-Festival gegen Malta folgte. Die einzige Ausnahme von der Regel gab es beim bislang letzten Benefizspiel im Jahr 2008. Wegen Terminproblemen fand dies nämlich erst nach der EM in Österreich und der Schweiz in Nürnberg statt, wo Belgien mit 2:0 besiegt wurde.

Und nun also Aachen: „Da kamen zwei Dinge zusammen”, begründet Wolfgang Watzke den Austragungsort. „Zum einen hat Aachen nun ein schönes neues Stadion und zum anderen feiern wir damit den 85. Geburtstag des Namensgebers der Stiftung, Egidius Braun.”

Der neue Tivoli wird zu dieser „Geburtstagsfeier” übrigens ausverkauft sein. Rund 27000 Zuschauer fasst das Stadion bei internationalen Spielen, zu denen die Stehränge auf der Südtribüne mit Sitzplätzen ausgerüstet werden. Wolfgang Watzke rechnet damit, dass dabei etwa fünf Millionen Euro zusammenkommen werden. „Mit diesem Geld kann die Egidius-Braun-Stiftung in den nächsten zwei Jahren arbeiten und ihre Projekte unterstützen”, sagt der Geschäftsführer.

Einnahmen der Sportlergala

Nicht davon betroffen ist jedoch die Mexico-Hilfe. „Die gehört zwar auch zur Egidius-Braun-Stiftung”, so Watzke, „finanziert sich aber ausschließlich aus Spenden.” Darunter seien etwa Zuwendungen von ehemaligen Nationalspielern „und die Einnahmen der Sportlergala der Nachrichten´”, verkündet Watzke stolz.
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