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Nicht Gesehenes wird sichtbar: Andreas Hermann stellt in Vaals aus

Von: ipf
Letzte Aktualisierung:
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„Nachrichten“-Fotograf Andreas Herrmann präsentiert seine Werkschau noch bis zum 4. Januar in Vaals. Foto: Andreas Schmitter

Vaals. Unglaublich ist die Spannung zwischen den modernen Fotografien und dem alten Kirchenraum, in dem Andreas Hermann seine Arbeiten präsentiert.

Blickfang im Kunst- und Kulturzentrum „de Kopermolen“ in Vaals ist ein großes Triptychon von etwa drei mal zwei Metern, aufgenommen über den Stelen des Holocaust-Mahnmals in Berlin. Hermann fotografiert die grauen abstrakten Säulen, die farblich an die Asche der Toten erinnern sollen, als Meer aus Stein und gibt intime Einblicke in unermessliches Leid und tiefste Trauer.

Mit gebührendem Abstand links und rechts zeigt er Aufnahmen aus Carnac in der Bretagne, wo gewaltige Granitsteine, einzeln und zu geheimnisvollen Megalith-Anlagen gesetzt, seit Jahrtausenden Rätsel aufgeben.

Ganz anders ist die Stimmung auf der großen Empore, die sich um den oktogonalen Kirchenraum aus dem 18. Jahrhundert zieht. Hier zeigt Hermann vor allem kühne Entwürfe großer Bauten – moderne Glasfronten in Luxemburg etwa auf dem neu gestalteten Kirchberg, Blicke in Berliner Kuppeln und von unten in den Eiffelturm in Paris. Hier reizte ihn auch die Gigantomanie der „Grande Arche“. In Lüttich setzte er sich mit der Star-Architektur des neuen Bahnhofs auseinander.

Großartig wie die Architektur-Aufnahmen sind auch die Arbeiten, die Tänzerinnen in Bewegung zeigen. Mit langen Belichtungszeiten und dem Auslösen im genau richtigen Moment schafft es Herrmann, die Bewegungen in Lichtspuren aufzulösen – geniale Bilder, die nicht gesehene Dinge sichtbar machen.

Aufnahmen von grünen Landschaften, verfallendem Technik-Schrott und sein preisgekröntes Pferdebild aus dem Jahr 2006 runden die kleine Werkschau des Fotografen, der seit Jahrzehnten auch für die „Aachener Nachrichten“ fotografiert, ab. Besonders auf der Empore korrespondieren die modernen Schwarzweiß-Fotos mit der kompositorischen Strenge der einstigen lutherischen Kirche aus dem Jahr 1737.

Noch bis zum 4. Januar ist die Ausstellung mit dem schlichten Titel „Fotografien“ zu sehen, besichtigt werden kann sie dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr in Vaals am Clermontplein 1.

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