Aachen - Neujahrsempfang der Vereine: Schillings appelliert an Politiker

Neujahrsempfang der Vereine: Schillings appelliert an Politiker

Von: Georg Dünnwald
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Der Instrumentalverein Eilendorf (IVE) unterhielt glänzend die gut 700 Vereinsabgesandten, die der Einladung des Oberbürgermeisters zum Neujahrsempfang in den Krönungssaal des Rathauses gefolgt waren. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Einmal im Jahr lädt der Oberbürgermeister die Aachener Vereine zum Neujahrsempfang ein. Dann kommen gut 700 Menschen ins Rathaus, die dort einen Großteil der 860 Vereine in der Stadt vertreten.

Montag waren viele Aachener Vereinsmitglieder neugierig darauf, was OB Marcel Philipp zu sagen hat, der erst seit Oktober letzten Jahres im Amt ist und gleich vor der Malaise steht, den Vereinen nicht mehr Geld zuschustern zu können. Aachens Kassen sind leer.

Allgemein und unverbindlich

Was sagt der neue Verwaltungschef, der erste Bürger der Stadt? Wie schätzt er die Vereinsarbeit ein? Wie will er die Vereine unterstützen? Antworten gab Marcel Philipp darauf in seiner etwa 25-minütigen - ohne Manuskript - gehaltenen Rede.

Er beließ es bei allgemein gehaltenen und eher unverbindlichen Antworten. Der neue junge OB dieser Stadt fordert Gemeinsinn ein, fordert eine Aufwertung der Vereine und fordert deshalb einen Arbeitskreis, „der die Vereine mit der Politik und der Verwaltung ins ständige Gespräch bringt”.

Philipp weiß, dass es immer schwerer wird an der Front der Ehrenamtler, dass sich Mitglieder immer schwerer finden und motivieren lassen - anders als dies zur Jugendzeit des 38-Jährigen noch der Fall war.

„Ganztagsschulen sind wichtig”, sagte Philipp. Aber ehe diese Ganztagseinrichtungen die Vereine kaputtmachen, sollten sie besser einbezogen werden. „Ich nehme die Gelegenheit wahr zur Standortbestimmung”, sagte Philipp im propppenvollen Krönungssaal, wo vor seiner Rede der Instrumentalverein Eilendorf die Gäste trefflich musikalisch unterhalten hatte.

Dabei sei ihm in seiner kurzen Zeit als Stadtoberhaupt erst klar geworden, welch breite Palette an Vereinen es überhaupt in Aachen gebe. Und er habe eigentlich erstmals wahrgenommen, vor welchen Problemen die ehrenamtlichen Mitglieder der Vereine stünden. Sie seien nicht zuletzt auf die Ganztagsangebote in den Schulen zurückzuführen. „Wir müssen die Vereine da in die Verantwortung nehmen”, forderte er. Denn nur so könnten Vereine überleben.

Vornehm hielt sich der OB zurück, was die Finanzierung der Vereine betrifft. Er warnte jedoch eindringlich davor, „dass Strukturen wegbrechen würden, wenn die Vereine nicht an dieser gesellschaftlichen Aufgabe beteiligt werden”. Ihn treibe die Sorge um, dass der Gesellschaft viel verloren gehe. Philipp geriet kurzzeitig ins Schwärmen: „Viele Kinder erfahren Gemeinschaftssinn, wenn sie in Vereinen Mitglied sind und dort betreut werden.” Langanhaltender Applaus war ihm nach der 25-minütigen Rede sicher.

Für die Vereine sprach Willi Schillings. Schillings ist Kommandant der Öcher Börjerwehr, Vizepräsident des AAK und stellvertretender Vorsitzender des Märkte- und Aktionskreises City (MAC). „Ich weiß, wo der Schuh drückt”, gab er sofort zu verstehen. Er warnte davor, die Vereine ins Aus zu stellen, „wir tun viel für Aachen”. Deshalb forderte er auch, Infrastrukturen zu erhalten. „Sparen Sie uns nicht kaputt”, appellierte er in seiner prägnanten und kurzen Rede an die anwesenden Politiker.
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