Neues Soloprogramm von Wendelin Haverkamp

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
5660808.jpg
Fünf Jahre nach „Denken ist Glücksache“ bringt Haverkamp somit sein neues Soloprogramm auf die Bühne.

Aachen. Der Spruch klingt nach genervten Eltern: „Alles muss man zweimal sagen.“ Aber den Schuh will sich Wendelin Haverkamp natürlich nicht anziehen. Dass er ausgerechnet diesen Satz als Titel für sein neues Programm gewählt hat, ist vor allem der Zählebigkeit mancher Widrigkeiten geschuldet.

„Es gibt Themen, zu denen ich schon was vor 20 Jahren gemacht habe, mit denen man sich einfach weiterbeschäftigen muss“, sagt Aachens dienstältester Kabarettist.

So darf man sich knapp zwei Monate vor der Aachen-Premiere von „Alles muss man zweimal sagen“ gewissermaßen auf die Wiederkehr eines gänzlich neu konzipierten Programms freuen. „Das ist wie beim Lesen eines Buches“, sagt Haverkamp, „die zweite Lektüre ist immer anders als die erste.“ So ist es selbst für ihn überraschend, wie weitblickend er vor Jahren schon über die Nebeneffekte des Internets gewitzelt hat. „Die totale Kontrolle war damals noch Science Fiction, jetzt ist sie da.“

Dass der Blick zurück auf alte Zeiten ganz lehrreich für die Zukunft sein kann, entnimmt Haverkamp auch den diversen Modeerscheinungen in der Bildungspolitik. Galt einst die Koedukation als das Nonplusultra, so habe man inzwischen wieder die Einsicht, dass getrennter Unterricht für Jungen und Mädchen auch seine guten Seiten haben kann. Und kaum ist die eine These ausgesprochen, wird sie auch schon wieder durch die nächste ersetzt.

Wie in Wellen tauchen die Themen auf und wieder ab, wobei Haverkamp vor allem die immer schneller werdenden Wellenbewegungen zu schaffen machen. „Die Ausschläge werden immer hektischer, diese Nervosität ist nicht gut“, findet er. Zeit also, mit ein paar wohlgewählten Worten dagegenzuhalten und das Tempo rauszunehmen.

Fünf Jahre nach „Denken ist Glücksache“ bringt Haverkamp somit sein neues Soloprogramm auf die Bühne. „Mein Ehrgeiz ist es, etwas halbwegs Intelligentes auf unterhaltsame Art und Weise auszudrücken“, sagt er. Dabei gibt er weder den Pausenclown, der alle paar Sekunden einen neuen Gag raushaut, noch den Besserwisser, der uns alle auf den Pfad der Tugend bringen kann.

Mit Witz verunsichern

Er wolle die Menschen mit Witz verunsichern und von „falschen Gewissheiten“ abbringen. Ideologien sind ihm suspekt, sagt er. Alles in Frage zu stellen – auch sich selbst – „ist die Einstellungsvoraussetzung für Kabarettisten“. Wer den Wissenden gebe und anderen erklären wolle, dass sie nichts wissen, sei fehl am Platz. So gesehen sei es für ihn auch falsch, dass Kabarett im klassischen Sinne per se „links“ sein müsse.

Mit diesem Konzept hat sich der 66-Jährige im Laufe seiner langen Karriere eine treue Fangemeinde erarbeitet – und zwar nicht nur in Aachen. Bis zu 100 Auftritte absolviert Haverkamp jährlich in der gesamten Rebublik. „Solange mich was ärgert und ich Spaß dran habe, mache ich weiter“, sagt er. Maßgebend seien seine Gesundheit und sein Verstand – „die alte Schießbude hier oben“.

Für die Aachen-Premiere seines neuen Solo-Programms, in dem auch Raum für poetische Töne und einige Lieder ist, entfällt in diesem Jahr eine Ausgabe seines Dauerbrenners „Au Banan“.

„Alles muss man zweimal sagen“ ist am Donnerstag und Freitag, 20. und 21. November, jeweils ab 20 Uhr im „Franz“, Franzstraße, zu sehen.

Karten (18,70 Euro) sind ab sofort im Mediastore des Zeitungsverlags, Großkölnstraße 56, und im Verlagsgebäude, Dresdener Straße 3, erhältlich.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert