Aachen - Neues Leben fürs alte Toilettenhäuschen

Neues Leben fürs alte Toilettenhäuschen

Von: Martina Feldhaus und Werner Breuer
Letzte Aktualisierung:
Die Terrassen fehlen noch, der
Die Terrassen fehlen noch, der Rest ist fast fertig: Mitten zwischen den großen Bäumen im Ferberpark entsteht derzeit ein neues, modernes Café-Restaurant. Eröffnung ist Mitte August. Foto: Harald Krömer

Aachen. Was sich doch aus einem alten Toilettenhäuschen alles machen lässt. Im Burtscheider Ferberpark entsteht derzeit ein schickes Café-Restaurant, der moderne Bau zwischen den alten Bäumen wird bei der Stadt als „Umnutzung der ehemaligen Toilettenanlage” geführt, erklärt Axel Costard vom städtischen Presseamt.

Die Bedürfnisse wandeln sich eben, und die großen und kleinen Geschäfte liefen an dieser Ecke des Ferberparks irgendwann nicht mehr so wie ehedem. So grübelte man bei der Stadt vor Jahren schon, ob das stille Örtchen abgerissen oder anderweitig genutzt werden sollte. Mit Kosta Athanasiou ist nun ein Gastronom gefunden, der es an diesem Ort wieder richtig laufen lassen will: Capuccino, Latte Macchiato und betörende Kaltgetränke sollen dort serviert werden, ebenso wie italienische Pasta, deutsches Schnitzel, griechische Calamaris und türkische Blätterteigröllchen.

Frühstück, Torte und Pasta

„Das wird eine Art Crossover-Küche”, erklärt Athanasiou, der in der Aachener Kneipen- und Restaurantszene kein Unbekannter ist. „Wir suchen uns von allem das Beste heraus.” Der 37-Jährige plant aber nicht nur warme Küche. Schon morgens um 8 Uhr will er täglich seine Gäste mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet empfangen. Nachmittags gebe es dann Kuchen und Torte („die kriegen wir vom Aachener Café Liège”) und abends eben europäische Speisen im mittleren Preissegment mitsamt Cocktailbar und Weinauswahl.

Für jeden etwas - so kann man Athanasious Konzept beschreiben. Schließlich gebe es schon lange keinen typischen Burtscheider mehr, einen Menschen in fortgeschrittenem Alter, der es schön ruhig mag. „Hier wohnen neben den Älteren auch viele junge Familien. Und es gibt die FH und Schulen mit zahlreichen jungen Leuten.” Athanasious Zielpublikum ist also ziemlich bunt. Entsprechend vielfältig zieht er sein Angebot auf.

So verwandelt sich das alte Toilettenhäuschen nicht nur in ein helles, rund 270 Quadratmeter großes Ladenlokal mit großen Glas-Schiebetüren, einer Fassade aus sibirischem Lärchenholz und zwei Außenterrassen. Zwei bis drei Bäume mussten laut städtischem Presseamt für die Erweiterung fallen.

Auch einen Kinderspielplatz will Athanasiou einige Meter weiter auf einer Fläche von bis zu 350 Quadratmetern bauen. Darauf hat sich der Gastronom mit der Stadt Aachen nach durchaus nicht ganz einfachen Verhandlungen geeinigt. Denn ihr gehört das Grundstück mitten im Ferberpark. Bereits vor drei Jahren gab es auf politischer Seite die ersten Überlegungen zur Umnutzung des stillen Örtchens in einen Gastronomiebetrieb. Nach längerem Tauziehen hat Athanasiou die Fläche schließlich gepachtet.

Und die Politiker konnten sich den neuen Betrieb eben besonders gut in Kombination mit dem Spielplatz vorstellen. Zwar gibt es Klettergerüste und eine Drahtseilbahn schon im Park, allerdings stehen diese Spielgeräte am anderen Ende der Grünanlage. Das macht es aber einigermaßen schwierig, im Café Espresso zu schlürfen und gleichzeitig die Kletterkünste des Nachwuchses zu bewundern.

Doch genau das wünscht sich Athanasiou. Familiär soll es werden, modern, generationsübergreifend und auch barrierefrei. Deshalb gibt es eine Behindertentoilette, und die Kosten für den Spielplatz teilen sich Stadt und Gastronom. Der 37-Jährige ist zufrieden damit. Er will einen Kletterparcours einrichten, der sich mit Holz ins natürliche Umfeld einfügt.

Das wird allerdings noch etwas warten müssen, erstmal muss jetzt das Restaurant fertig werden. Denn das will Athanasiou Mitte August mit einem bunten Fest eröffnen, nachdem sich die Arbeiten um etwa drei Monate verschoben hatten - „wegen Verzögerungen beim Rohbau”. Dann will er den Ferberpark und das alte Toilettenhäuschen mit neuem Leben füllen - auf 240 Designerstühlen, zwölf Monate im Jahr, sieben Tage die Woche, täglich von 8 bis 24 Uhr. Ein ehrgeiziges Ziel, das er sich da gesteckt hat.

Freie Mitarbeiter noch gesucht

Aber Athanasiou ist zuversichtlich. Er werde sechs bis acht feste Mitarbeiter einstellen. Freie Mitarbeiter für Service, Theke und Küche werden per Aushang noch gesucht. Trotz des nicht gerade kleinen Gastronomie-Projekts, der 37-Jährige will keine Kollegen aus Burtscheid verdrängen. „Ich will mein eigenes Publikum herlocken. Das wird hier eine Attraktion im Grünen”, ist er überzeugt. Ob auch die Burtscheider die neuen Geschäfte am alten Örtchen gut finden, das wird sich in wenigen Wochen zeigen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert