Aachen - Neues Kurhaus künftig ohne Spielcasino?

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Neues Kurhaus künftig ohne Spielcasino?

Von: Martina Feldhaus
Letzte Aktualisierung:
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Können sich vorstellen, die Sanierung und Belebung des Neuen Kurhauses in die Hände Dritter zu geben, ohne Spielcasino: (v.l.) Sebastian Breuer und Michael Rau von den Grünen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Hängepartien sind in Aachen ja nichts Neues. Das jahrelange Ringen um den Bau einer Einkaufsgalerie am Kaiserplatz ist dafür nur ein Beispiel. Aktuell ist Hängen im Schacht an anderer Stelle, nur ein Stücken weiter nördlich, an der Monheimsallee.

In den nächsten Monaten zieht die Spielbank aus dem Neuen Kurhaus neben dem Eurogress aus und in Veranstaltungsräume im Tivoli um.

Keine Alternative in Sicht

Der Grund: Das stark in die Jahre gekommene neuklassizistische Gebäude im städtischen Besitz soll ab 2015 aufwendig saniert werden, samt Technik, Belüftung, Brandschutz. Rund 21 Millionen Euro wird das bei dem unter Denkmalschutz stehenden Bau kosten. Das Problem: Ein großer, potenzieller Mieter, der neben der Westspiel-Gruppe die zweite Hälfte des klotzigen Gebäudes beziehen sollte, ist abgesprungen. Das Varieté-Theater GOP wird nicht nach Aachen kommen. Eine konkrete Alternative ist bisher nicht in Sicht.

Was ist also dann? Diese Frage treibt jetzt die Aachener Grünen um. „Die ursprüngliche Idee war, dass die Stadt einen Teil der Sanierungskosten mit Mieteinnahmen über das GOP refinanziert“, sagt Michael Rau, planungspolitischer der Grünen-Fraktion. „Das ist weggebrochen. Mit nur einer halben Vermietung durch die Spielbank wird das aber nichts.“ Es müsse jedoch eine solide Gegenfinanzierung her. Ohne die, sieht Rau schwarz.

Deshalb präsentierte er am Freitag beim Ortstermin an den Säulen des Casino-Eingangs gemeinsam mit Sebastian Breuer, sachkundiger Bürger für die Grünen im Planungsausschuss, einen aktuellen Ratsantrag, der in der nächsten Sitzung am kommenden Mittwoch auf der Tagesordnung stehen soll – Überschrift: „Neues Kurhaus: Nutzungskonzept neu entwickeln“.

„Wir sind der Meinung, dass wir bei null anfangen müssen, einfach komplett neu denken“, erklärt Rau. Denkverbote, wie es so schön heißt, wollen die Grünen dabei nicht aufstellen. Stattdessen können sie sich ein konkretes Szenario vorstellen, das bislang politisch kein Thema war: „Denkbar ist auch, das Gebäude im Ganzen aus der Hand zu geben“, sagt Michael Rau. „Das heißt, wenn es ein knackiges Konzept gibt, könnte man die Finanzierung an einen Dritten abgeben.“ Möglich wäre ein Privatinvestor, der das Kurhaus in Form einer Erbpacht von der Stadt übernimmt. Und dann eben sein eigenes Konzept dort verwirklicht – inklusive Sanierung.

Und was passiert dann mit Spielbank und Automatencasino, das vom Kapuzinerkarree weg und wieder zum Stammhaus kommen soll? Sebastian Breuer: „Die Räume im Tivoli sind für beides optimal. Man muss sich also die Frage stellen: Kann die Spielbank langfristig dort bleiben?“ Das ist für die Grünen gar nicht so abwegig. Auch gebe es durchaus Gerüchte, dass Westspiel sich das vorstellen kann. Andere Aussagen besagen genau das Gegenteil.

Wie dem auch sei: Die Grünen fordern erstens die Erarbeitung eines neuen Nutzungskonzepts und zweitens, dass die Sanierungsplanungen und Aufträge bis zur Entscheidung über ein neues Konzept wieder gestoppt werden. Michael Rau: „Ich gehe nicht davon aus, dass die Sanierung im Januar beginnt.“ Erst mal müsste geklärt werden, wer das Neue Kurhaus in Zukunft langfristig nutzt. Gut vorstellen können sich die Grünen dem Gebäude entsprechende Kultur- und Freizeitangebote. Beispiele? Damit halten sie sich vorerst vornehm zurück.

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